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Böhmen ansehnliche hülfs-völcker, wodurch der SchwedischeFeld-Marschall Wrangel aus besagtem Reiche bis an die Weserzurück zu weichen genvthiget wurde, gleichwie er nebst den Kay.serlichen mittierzeit das Casselische Fürstenthum gar hart mitge-nommen. Allein die Schweden , welche mit den Französischen trouppen unter dem Marschall von Turenne verstarcket worden,fielen aufs neue in Bayern ein, und eroberten viel orter .erhiel-ten auch wider den Kayserlichen Feld-Marschall Holtzapffel densieg. Endlich aber verliessen die feindlichen Waffen das Chur-Bayerische gebiethe, und suchten sich mit dem General Konigs-marck, der sich der stadt Prag bemächtiget, zu vereinigen, woraufzu ausgang dieses jahrs 1648. der friede zu Münster und Osna brück , allwo er einige jähre deswegen feine Gesandten gehalten,glücklich erfolget. Durch diesen friedens - fchluß behielt er dieChur -würde und das Ertz - Truchfessen - amt, nebst der Ober.Psaltz, gleichwie er bereits vorhero die Landgraffchafft Leuchten-berg von seinem bruder, Hertzog Albrechten an sich gebracht. An.164g. beschickte er die friedenS-executioiis-tractaten zu Nürnberg ,und restituirte hieraus die Unter-Pfaltz, gleichwie er an. 1650.die stadt Regenspurq evacuiret, worauf er das folgende >ahr1651. den 27. sept. mit tode abgegangen. Im übrigen war er inseiner religion sehr eifrig, und äusserlich sehr devot. Er ließ an.iü,8. die vergoldete statue aufeiner hohen marmornen fAulc, zuehren der Mutter GOttes, zu München aufrichten ; gab ;oooo.gülden zu der Jesuiter-Mißion nach China , und 200000. güldenzu stiftüng des Engelländer Jesuiten -Oollegü zu Lüttig ; bautezu Durchhaus St. Joseph eine neue kirche, und zu Reichenhall und Trauenstein ließ er 2. marmorne capellen aufrichten , wieauch den Jesuiten zu Amberg , Heidelberg ,^Burckhausen undMindelheim Lollegia und kirchen erbauen, gab er auch denCarmelitern zu München 66000. und den Minoriten daselbst40000. gülden, und jährlich die zinsen davon zu geniessen. Manmercket auch an, daß er den Capucinern >4- und den Francisca-nern 9. kiöster in seinem lande erbauen lassen, auch sonst hin undwieder noch viele stiftungen gethan. Ausser den bereits obge,dachten landen hat er die Grafschafft Cham, die HerrschafftDeggenberg und einige theile an den Hcrrschafften Mattikaw,Wintzern, Haltenberg, Preitneck und das schloß Wieseusteig ansein Haus gebracht, gleichwie er auch die intradcn seines landesansehnlich vermehret. Ihm hat das prächtige schloß nebst demün-tiqmrio zu München seine aufbanung und sowol diese als vieleandere stadte ihre devestigung zu dancken. In dem gedachtenMünchen ließ er in der städt-kirche Ludovico Lavaro ein prächti-ges monument aufrichten. Er vermählte sich an. i;y;. mit Eli-sabeths, Hertzog Carls zu Lothringen tochter, und nachdem die-se an. 16;;. ohne kinder verstorben, noch in letztgedachtem jähremit Maria Anna , Kaysers Ferdinandi II. tochter, die ihm ge.bohren Ferdinandum Mariam, so nach ihm Churfürst worden ;Maximiltanum Philivpum, welcher die Landgraffchafft Lench-tenberg regieret; Marimilianum Henricum, Ertz-Bischoff vonCöln , auch Bischoff zu Lüttig und Hildeshcim ; und endlich Al.hertum Sigismundum, Bischoff zu Freysingen und Regenspurg.
Adhreiter. annal. Bavar. Caras. German. restaur. Belius , tutOesterreich , lorbecr - krantz. Chanmt. beschreib, des Schweb,kriegs in Teutschk. Pufendorf. de reb. Suec. Spener. syllog.Ludolfs fchau-dühne.
Maximilianus, (Maria Emanuel) Churfürst von Bayern ,ist gedohren den n. julii au. 1662. von Ferdinand Maria , auchChurfürsten zu Bavern, welcher den 26. niay an. 1679. verstarb,und dem jetzigen Maximilians die Chnr hinterließ, feine Fraumutier war Henrictta Adelheid,Victoris Amadäi, Hertzogs vonSavoyen, tochter. Es ist der letztere Churfürst in eine zweyfacheehe getreten , erstlich den jul. an. 1685. mit MariaAntoniavon Oesterreich , Kaysers Leopoldi des ersten tochter, mit deroerzeugte er Joftphum Ferdinandum Lcopoldum, gebohren den27. oct. an. 1692. dem auf Königs Caroli II. von Spanien lodes-fall hin die gantze Spanische monarchie zugedacht war, dieihm auch dahero gebührte,weil seine Frau Mutter» Kaysers Leo-poldi tochter, Margärekham Theresiam, Königs Philippi IV.von Spanien jüngere tochter zur mutter, und diese hicmit daserb - recht auf die Spanische monarchie hatte, weil ihr bruderKönig Carl II. keine erben hinterließ, und Maria Theresia ,gemahlin Königs Ludwigs XIV. eine feyerliche absagung aufdie Spanische erb - folge gethan hatte; der Himmel' aberrüste diesen Printzen wieder zu sich an. 1699. den 6. ftbr.in seinem noch zarten alter. Nach dem tobe seiner erstengemahlin verheyrathete er sich den 2. jan. an. 169;. mit TheresiaKunigunda Sobicsky, Königs Johannis III. in Polen tochter,mit dero erzeugte er Mariam Annam Carolinam» gebohren den4. aug. an. 1696.; Carolum Albertum, jetzigen Churfürsten zuBayern , welcher den 24. ian. an. 1741. unter dem nahmen Ca-roli V!I. zum Römischen Kayser erwehlet worden , und den 6.aug. an. 1697. gebohren, und anjetzo mit Maria Josepha vonOesterreich, Kaysers Josephi jüngerer tochter vermählet ist;Philivpum Mauritium, gebohren den 5. aug. an. 1698. Bi-schoff zu Daderborn und Münster , der aber noch vor deren an-tretunq den 12. wart. an. 1719. zu Rom verstarbe; Ferdinan-dum Mariam, gebohren an. 1699. und vermählt den 9. sebr. an.1719. mit Maria Anna Carolina, Pfaltzqraf Philippi Wilhelmizu Neuburq hinterlassener tochter; Clementem Augustum, qe-bvhren den 6. aug. an.,170°. erstlich Loadjutor zu Regenspurq,hernach Bischoff zu Munster , bald darauf zu Paderborn , undendlich jetzigen Churfürsten zu Cöln ; Wilhclmum, gebohren den«, jul. an. 1701, gestorben den 15. febr. an. 170;.; Johannem
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Aloysium, gebohren den 21. jun. an. 1702. gestorben den»
. jun. an. 170?.; Johanncm Theodorum, gebohren den; fat‘an. 170). jetzigen Bischoff zu Regenspurg; Marimilian En^nuel, gedohrenden 21. dec. an. 1704. gestorben im wart. <«>1709. Man sagt, daß er auch von einigen maitressen natürlichelinder gezeuget habe. Es hatte der verstorbene Churfürst Mari-milian verschiedene sehr merckwürdige so glück - als unglücklicheschicksale. Nachdem er im jähr 1680. die regierung und Chur -würde antrat, verband er sich sehr genau mit dem Hause Oestec.reich, und half an. 168;. den glorreichen entsatz der stadtWien durch seine Waffen und tapferkeit ausführen; befördertedie eroberung Ofen an. 1686. eroberte Belgrad mit stürm an.1688. erklärte sich feindlich wider Franckrcich an. 1689. undvereinigte seine macht mit der Kayserlichen am Rhein , übernahmdas Gouvernement in den damals noch Spanischen , jetzt Oester reichischen Niederlanden an. 1692. Nachdem nun, wie schonoben gemeldt, des Churfürsten Maximiliani aus erster ehe er-zeugter Chur -Printz Joseph Ferdinand, dem die Spanische Mo-narchie durch das nähere erb - recht hätte angedeyen sollen, sofrühzeitig gestorben, und bey dem darauf erfolgten Ryßwicki«scheu frieden, zu beybehaltung der allgemeine» ruhe in Europa ,und damit nicht nach gleich geschlossenem frieden dieses gantzewelt-theilwieder in ein neues blutbad gesetzt werden möchte,haben die grosse hierinn intercßirte Machten vor gut befunden,das in der gantzcn weit berühmte parcage d’Espagne oder die zer-theilunq der spanischen Monarchie vorzunehmen , wider diedoch König Carl II. bey seinen lebzeiten noch beständig prvte«flirt hatte. Als nun Franckrcich, ohne allhier nicht zuläßige wei,tere erzehlung, sich für Philippum V. der Spanischen Monarchiezu bemcistern, Mittel gesunden, und darüberhin wider die adsichkdes Spanischen partage-tractats, dennoch ein blutiger krieg ent-stünde, so ergriff Churfürst Marimilian die Französische partcy,ließ sich auch so weit treiben, daß, als eine zahlreiche armee derdamaligen alliirten völcker auf seine grentzen kam, und von de.nen in der alliantz begriffenen Machten ihm sehr grosse Vortheileangeboten wurden, er doch von seiner vorherigen alliantz nichtabweiche», sondern sein glück lieber auf die spitze des degens se-tzen wollte. Churfürst Marimilian empfand auch hierinn dieWiderwärtigkeit des glücks, so, daß derselbe, nach der bey Hoch-städt in dem aug. an. 1704. gehaltenen blntig-und grossen feld-schlacht stin Chürfürstenthum, land und lenthe verließ, und sichwieder nach den Niederlanden retirirte, nach der Hand an. 1706.den ;o. apr. in die Reichs-acht erkläret, und endlich an. 1714.durch den Badischcn frieden in seine lande restituiret wurde.Er starb an. 1726. im febr. seines alters 6;. jähr 6. und einenhalben monat. *
Martmilianus Sfortia, Hertzog zuMayland,war LudvviciMari söhn, gebohren an. 1491. und muste nach dem Unglück sei-nes vatters in Teutschland fliehen, allwo er sich aufhielt, bis ihnan. i;r2. der Kayser, der Papst und die Schweitzer den Franzo-sen zum tort in sein Hertzogthum Mayland einführten , da erdenn von den Unterthanen mit grossen freuden angenommenward, auch anfänglich gar gute Hoffnung von sich machte, indemer von keinem Französisch gesinnten mache nahm. Bald aberward er wegen seiner wollüstigen und schläfrigen gemüths-artunangenehm, und der stadt Mayland , weil in derselben ein an-schlug wider sein leben vorgewesen war, so aussätzig, daß er nichtda, sondern zu Novara residirte. Er machte mit den Schweitzernzu beschützung stines Hertzogthums ein bündnis,die auch aus haßgegen die Franzosen , ungeachtet er ihnen das versprochene geldnicht gab, das ihrige thaten,und den berühmten sieg bey Novaraerhielten. Allein, da der König Franciscusl. an. i$i$. dieSchweitzer bey Marignan geschlagen hatte, und Marimilianumin dem schlösse zu Mayland belagerte, ergab er sich, und trat dasHertzogthum mit dem bedinge ab, daß er in Franckrcich leben,und daselbst ein zulängliches jahr-gcld geniessen sollte.Jn solchemzustande starb er an. 1529. da die Franzosen seiner ziemlich über-drußig worden waren, und bereits an. 1*26. seinem bruder, demHertzoge Francisco,zngcmuthet halten, ihn künftig zu ernähren.
CuicciarU. Ripamont, Daniel. Imbof. ~hiit. geneal. Ital. & Hifp.
Mapimilianuo, Fürst zu Lichtenstein, der andere söhn Hart»mannt, Freyherr» zu Lichtenstein, und Annen Marien, Gräfinzu Ortendurg , wurde an. >578. gebohren. Er war bey demKayser Matthia Cammcr-Herr und Ober-Stallmeister, unterden beyden Kayser» Ferdinando II. und III. aber, wollte er auchproben seiner tapferkeit und treue in dem kriege ablegen. Wffer denn bey dem angehenden Böhmischen kriege ein regimcnt kü-raßirer nach Böhmen geführct, allwo er in der schlacht aufdemweissen berge bey Prag an. 1620. nicht wenig darzu beygetragen,daß die Ungarn so frühzeitig die flucht ergriffen. Hicrauflicß ihnHertzog Mapimilianus zu Bayern bis auf weitere KayscrlicheVerordnung zu Prag als Statthalter. Doch als sein bruder Carlvon dem Kayser Ferdinando II. mit dieser stelle begnadigt wurde,gieng er unter dem Grafen von Bucquoy nach Ungarn , welchesKönigreich der Fürst Bethlem in Siebenbürgen sehr verunruhi»get hatte. Hierselbst half er Neuhäusel belagern, und als ge-dachter GrafBucquoy den io. jul. an. 1621. bey einem aussalldas leben verlohr, wurde ihm das commando über die armeeaufgetragen. In solcher würde belagerte er an. 1622. die vestungGlatz in Schlesien, welche er auch eroberte. Der Kayser machteihn wegen seiner klugheit, treue und tapferkeit zum Hof-Kriegs«Rath, General-Wachtmeister und Gcneral-Feld-Zcugmcister.Ja als Graf Wolfgang zu Mannsselb an. »6z6. gestorben,
wurde