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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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ihn insonderheit, Aetium zu tödten, unter dem falschen vor-LL. MmZdLcktch stünde. ^Wic nun dergetödteteunschuldig, und noch dazu von allen für die vornehmste stutzedes Kayserthums geachtet ward, so entstund dald ein allgemei-nes Mißvergnügen, welches Maximus so heimlich als llmglichru vermehren wußte, daß endlich die soldaten aufsein anstiftenden Kayser auf dem sogenannten Marlis-felde an. 455. hinrich-teten. Er maßte sich alsdenn der Kayserlichen wurde an, hcu-rathele die Kayserin Eudoxia mit gewalt,machte seinen söhn zumCsesare, und vermählte ihn mit der jungen Eudoxia , des Kay-sers tochtcr. Allein da er einstens bey der nacht zu gedachterEudoxia sagte, daß er aus liebe gegen sie ihren vorigen gemahlqetödtet hätte, wurde selbige dadurch dermaßen entrüstet, daysie alsofort zu Genserico , dem Könige der Africanischen Vanda-ler, schickte, und ihn ersuchen ließ, sie von dem tyrannen, unterdessen gemalt sie leben müsse, zu erlösen. Hierauf kam Gcnje-ricus, ihr verlangen zu erfüllen, nach Rom , da dann Maxi-mus sich aus der ssadt fortmachte, aber verfolget, und von demvolcke zu tobe gesteiniget, oder wie andere wollen , von einemsoldaten nahmens Urfo getödtet, hernach von der Kayserin ihrendienern in ssücken zerrissen, und in die Tiber geschmissen wur-de , ohngefehr 77. tage nach antrctung feinet regierung an. 49 v

Pracop. lib. I. de bello Vandal. Evagr. lib. II. Stdon. ApoUinar.üb. II. epist. 24. Nicepb. lib. XV. &c. *

Maximus , (Flavius Magnus Clemens) von geburt einSpanier, brachte es dahin, daß er von der armee, welche erin Engelland commandirte, an. ; 8 r. oder ; 8 r. zum Kayserausgeruffen wurde, worzu nicht wenig beytrug^, daß er vor-gab, von Constantino Herzustammen, und baß Theodopus seinnaher hlnts-freund wäre; wiewol er selbst beständig behauptet,auch ihm würcklich von Orosio und Sulpicio Severo das Zeug-nis gegeben wird, daß er anfänglich von einigen aufruhrernden Kayserlichen titul anzunehmen wäre gezwungen worden.Da dieses geschehen , gieng er in Gallien , allwo ihn gleichfallsdie über Gratianum mißvergnügte legionen vor einen Kaysererkannten, worauf er die stadt Trier zu 'einer ressdentz machte.Zu eben derselbiacn zeit verlohr der Kayser Gratianus durchMerobaudi verratherey die schlacht bey Paris , und wurde »ach-gehends zu Lyon von Andragathio erschlagen, da ihm dennMaximus die ehre des begräbnisses versagte, welcher zugleich zuThcodosio und Valentiniano gewisse Abgesandten schickte, umvon ihnen zu begehren, daß sie ihn zum collegen in der Kaystrli-chen regierung annehmen wollten, welches sie auch wegen cr-mangelung genügsamer macht bewilligen müssen; da im gegen-theil Maximus versprach, sich mit Britannien, Gallien undHrspanien zu vergnügen, und jene beyde in ihren provmtzen ru-hig zu lassen. Valentinianus schickte auch den heiligen Ambro-sium an ihn, welcher ihn durch fein zureden eine zeillang auf-hielt ; allein da Maximus seinen söhn Victor zum Casare ge-macht hatte, kam er an. 387. ohne säumung in Italien , un-geachtet der heil. Ambrosius zum andern mal abgeschickt wurde,ihn noch länger aufzuhallen. Hierauf flöhe Valentinianus mitseiner mutter Iustina nach Thessalonich , Theodosium um hülf-fe anzuruffen , da denn unterdessen Maximus in Italien er-schrecklich hausete, und weder alter, gcfchiecht, stand, städtenoch kirchen verschonte, ausgenommen de» heil. Amdrosiummit seiner kirche, welcher noch einige gnade bey ihm fand. Theo-dosius zauderte etwas , die waffen zu ergreiffen. Doch alsMaximus ihm allezeit näher kam, und schon einen theil vonIllyrien in seine gewalt gebracht hatte, auch die schöne Gallaoder Iustina , Valentiniani lochtet, einen fußfall vor ihm that,und ihn nachgehends gar ihrer liebe versicherte, gieng er an.*88. auf Maximum los, welcher auf alle erdcncklicbe weise sichbey der angemaßten würde zu erhalten suchte. Sein General,Andragathius, bloquirte den ausfluß der Ionischen see, seinbruder Marcellinus hielte die Italiänischen pässe besetzt, und erselbst hatte, wie gesagt, eine starcke armee in Illyricum ge-führt. Allein Theodosius schlug ihn erstlich zu Siscia , nach-mals zu Petabio in Dalmatien , woraufer ihn bis nach Aquile-ja verfolgte, woselbst ihm seine eigene soldaten den köpf abschlu-gen , oder vielmehr die trabanten des Theodosii, da dieserKayser Maximum zwar hatte für seinen Richter-stuhl führen lastsen, aber in der that geneigt schiene, ihm das leben zu schen-cken , und selbigen den 27. aug. an. *88. dem Kayser lieferte.Sein söhn Victor wurde durch Arbogass« verrätherey getödtet,und Andragathius ersäufte sich aus Verzweifelung selbst. Zofi-MiS. TbeoUoret. Socraf. Paul. Diac. lib. II. & XII. Vifior, inGrat. Pacat. in Paneg. Sulpic. Sev. Orqf. *

Maximus, wird der Märtyrer, Mönch, Abt und Con-fessor oder bekennet, um desto leichter ihn von andern zu un-terscheiden , beygenannt. Er wurde zu Constantinopel aus ei-nem adelichen geschlechte an. ;8o. gedohren. Nachdem er sichdurch erlernung verschiedener wissenschafften geschickt gemacht,nahm ihn der Kayser Heraclius nach Hofe, um daselbst die Hi-storie der Kayser zu beschreiben. Nachdem aber Heraclius indie ketzerey der Monotheleten verfallen, soll deswegen Maximusaus Verdruß den Hof verlassen, und sich in das kloster Chrysopo-lis , ohnweit Constantinopel, begeben haben, wiewol anderesagen , daß er diesen entschluß aus liebe zur einsamkeil gesasset.Er war kaum in diesem kloster angelanget, als er zum Abt bestselbe» erwehlet wurde. Jmmrttelst jammerte ihn nicht wenig,daß er sehen muste , wie gedachte ketzerey der Monotholeten

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durch gantz Orient überhand nahm, und die rechte wahrhchmehr und mehr unterdrückte. Als nun noch darzu kam, da»die Persischen Waffen durch gantz Orient sich ausbreiteten, nah»,er sich vor, in die westlichen theile zu entweichen. Als er nunnoch vor dem jähre 640. in Africam gekommen, ermähnte «daflge Bischöffe, mit allem eifer wider mchrgcdachte Mvnvlhe-leten zu streiten, worinn er ihnen auch selbst mit Worten undthaten vorgicng. Denn er disputirte an. 64z. mit Pyrrho vonConstantinopel, in benseyn verschiedener Bischöffe und mitGregorio, einem Prafecto Pratorii, da er denn gedachten Pyr-rhum überwand , und ihm gründlich zeigte, wie zwey willenund nicht einer in Christo wären. In eben diesem jähre reiseteer nach Rom , mit gleichem vorssitz , diesen ketzcrn abbruch zuthun. Nachmals brachte er es bey dem Papst Martine dahin,daß dieser in dem Lateran ein Concilium versammelte, welchemMaximus selbst beywohnte. Indem er nun der ketzerey, wel-cher doch der Kayser Constans selbst ergeben war, sich mit sogrossem eifer widersetzte, ließ ihn gedachter Kayser an. 6z;. vonRom nach Constantinopel mit soldaten abführen, und daselbstin ein gefängnis werffen. Nach einigen tagen wurde er zumverhör gebracht, und der verrätherey, wie auch einiger initurien wider den Kayser und wider Pyrrhum , und endlich dermeynunaen des Origenis beschuldiget; als er aber diese anklagegantz offenbar widerleget, sollte er und die gegen-partcy an. 648.den Kayserlichen beseht unterschreiben , «ind ins künftige allerstreitigkeiten in der fache der Monotheleten sich enthalten. Alser nun dieses zu thun sich weigerte, wurde er nach Bizya, einerkleinen stadt in Thracien , relegirct, allwo im sept. des folgen-den jahrs zwischen ihm und dein Bischoff Theodosio von Bithv-nien eine disputatio» gehalten wurde. Doch als seine widerjä«cher auch hiemit nichts ausrichteten , liessen sie es auf eine neuedisputatio» ankommen ; allein weder list noch droh-worte konn-ten ihm etwas anhaben. Der Kayser befahl, ihn nach Perde-rim zu führen, und daselbst mit vielen drangsalen recht mürbezu machen. Von dar wurde er an. #2. in das land der Daci-carum verwiesen, und auf das schloß Schemre an den Alani-schen grentzen geschleppet. Daselbst verkündigte er vorher»,daß er in wenig tagen sterben würde, welches auch also gesche-hen, indem er den 1*. aug. gedachten jahrs dieses zeitliche mitdem ewigen verwechselt, verschiedene schriften hinterlassend.Es sind aber selbige : in Locos Scriptura difficiles Quastiones6;. ad Thalassium Monachum ; Interrogationes & Responsio-nes Dubiorum 79. welche man aber dafürhält, daß sie von an-dern interpoliret worden ; Rxpolitio in Psalm. LIX. Expolitioin Orationem Dominicam ; Liber asceticus per Interrogatio-nem & Responsionem de Vita pie initituenda , dialogi formacompositus; de perfecta Charitate , & aliis Virtutibus Chri-stianis Centuri* quatuor; de Theologia , deque Filii in Car-ne Dispensatione capita 200.; Capita diversa theologica &oeconomica deque Virtute ac Vitio quingenta ; ad NicandrumEpiscopum de duabus in Christo Operationibus; Tractatus deduabus Christi Naturis, de duabus unius Christi VoluntatibusLiber; Responsiones ad Theodorum & Pauli Quaestiones adMarinum Presbyterum de Qualitate, Proprio & Differentia adTheodorum Presbyterum ; de Substantia, seu Essentia & Na-tura , de Hypostasi & Natura; non posse dici unam in ChristoVoluntatem, & de duplici Christi Voluntate, ex Quajstioni-bus a Theodoro Monacho illi propositis; SS. Patrum de duabusChristi Operationibus Definitiones; Acta Disputationis de dua-bus Christi Voluntatibus cum Pyrrho in Africa habitas; Dialogiquinque de sancta Trinitate ; ad Marinum Presbyterum deProcessione Spiritus S. ; Mystagogia live Liturgis Expositio,;CajiitaTheologica sive Sermones ex Christianorum & GentiliumScriptis. Diese und einige andere schriften hat Combesisius miteiner Lateinischen Übersetzung und anmercknngcn an. 167;. inzwey volum. in fol. zu Paris heraus gegeben , und das lebendes Marimi nebst einigen andern stücken voran gcsetzct. Manhat auch von ihm Computum Ecclesiasticum in 2. düchern, diebey dem Petavio in seiner Dranologia zu finden; desgleichen St.Maximi Ambigua , oder Scholl?, in Gregorii Theologi Locosdifficiles, welcheswerck an. 1681. zn Orsord in fol. Herausge-kommen ; und denn Scholia in Dionysii Areopagita Opera,welche zu verschiedene» malen aufgelegt worden. Photm , cod.192. 19;. 194. & 19;. Anaßaßus , bibl. in collect. ThtodoruuBeüa' tninui . Baronius & Cave.

Maximus , Bischoff von Antiochie» , wurde an. 44-; aufdem EpHesinischen Concilio , welches gemeiniglich Latrocinalegenennet wird , an statt des Domni zum Bischoff von Antio,chien verordnet. Obgleich dieses Concilium, auf welchem dieEutychianer alles nach ihrem gefallen 'thaten, von den recht-gläubigen verworffen wurde, so approbirte doch der Papst Leosowol die abfetzung des Domni , als auch die mvehlnng deSMaximi. Es befand sich im übrigen dieser Bischaff auch^ mjähr 4; r. auf dem andern allgemeinen Chalcedonensischen Con-cilio, aufwelchem eine cvntrvvers, die zwischen ihm und demBischoff zu Jerusalem Juvenali wegen der grentzen ihrer Bl-schöfflichen jurisdiction entstanden, geschlichtet wurde. &starb im jähr 4;6. und succedirte ihm Basilius. Acta SynodiChalcedonensis, actu VII. Baronius, in annal . Bafna^e, bist.delEglise, liv. III. c. ;. Cave, bist. litteraria fcript. eccles.P. II. p. 101.

Maximus I. Bischoff zu Jerusalem , der 19. rn der ord-

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