Band 
Sechster Theil.
Seite
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L2 Geschichte der Streitigkeiten

Ausgabe von Lacciari nicht von der innern Güte, daßsie unsere Aufmerksamkeit in diesem Grad verdienen sol-le. Der dritte Band demselben, in denen eigne Abhand-lungen und besonders von der eurrcbianischen Kezereistehen, gehöret hicher noch nicht. Wir werden sie zwarbrauche», allein nicht anführen, es ftp denn, daß wir inihr etwas Wichtiges lyid Neues finden solten, welcheswir fast nicht vermuthe». Von anderer hier vorkom-menden Männer, wie des Tbeodsreri, u. d. g. Briefenhaben wir nichts vorläufig z» erinnern. Endlich ist dieDritte Klasse übrig, zu welcher die auf beyden Theilengelieferte Streitschriften gehören, von denen diese vor-läufige Anmerkungen zu empfehlen. Erstlich die pole-mischen Schriften in der^entychLanischen Historie schei-nen .uns an historischen Nachrichten von eigentlichen Be-gebenheiten fruchtbarer zu seyn, als andere gegen altereKezer vorhandne Bücher und Aufsaze. Es wird sichaus unserer Historie von selbst ergeben, daß wenn gleichdie erste und vornehmste Streitfrage zwar nicht unver-ändert, doch theologisch blieb, dennoch gar bald eingroßer Thcll der wirklichen Streitigkeiten auf vorher-gegangene Begebenheiten, oder wol einzelne Umständederselben geleistet worden. So wurde schon zu Ephe-fus über das Verfahre» des Flaviani und der von ihmzu Lonstaminope! gehaltenen Kirchenverjaiiiluiigeii, zuLhalcedon über das Betragen der zu Eplicsiis vcrsam-leten Lehrer, und nachher ununterbrochen über das Ver<fahren zu LbalceSLM gestritten, um kleinere Begebenhei-ten zu übergehen. ^ Es war daher ganz unvermeidlich,daß bey Aofaßnng polemischer Schriften jede Parthersich in Historie einlies. Die Zeugnisse dieser Art sindvon fthr ungleichem Werth. In Absicht auf den Ver-dacht der aus Ncligions - Absichten entstehenden Par-teilichkeit sind und bleiben sie einander gleich, und eswürde uiibiliig und selbst Parteilichkeit seyn, nur einemTheil die Glaubwürdigkeit «»zugestehen. Man wirdfinden, daß beyde Wahrheit und Unwahrheit haben.Zweyten-, ist der Unterschied des Alters bey dem histo-rischen Gebrauch dieser Schriften überaus wichtig, nichtallein ans der algcmciU'ii Ursach, durch welche dieGlaub-würdigkeit eines jeden Zeugen von der Zeit, wenn ergelebet- oder geschrieben, abhänget, sondern auch des-wegen,