Band 
Sechster Theil.
Seite
76
JPEG-Download
 

76 Geschichte der Streitigkeiten

unterstüzte Ibas seine Aussage durch ein sehrrühmliches Zeugnis hon der ganzen übrigen Geist-lichkeit zu Edeßa, an deßen Richtigkeit und Gül-tigkeit nach den Akten nichts ausgesezet wurde.

Anm. l. S. §- XI. l. 6.7. 8- und IV.

Anm. 2. Wenn wir nach den Akten urtheilen wollen, müs-sen wir schlechterdings den Ibam von dem Verdacht, ei-ne so gottlose Rede geführet zu haben, frey sprechen. Erist bey der Untersuchung nicht überführet worden, undseine Richter würden gewis anders geurkheüet haben,wenn ste die Beschuldigung vor gegründet geachtet hat-ten. Und dennoch ist diese angebliche Rede nicht alleinvon seinen Feinden nachher» wiederholet, sondern auchvon den Monophystten immer als der Grund angege-ben worden, warum man Ibam vor einen Kezer znhalten habe. Zum Beyspiel kan der von uns oft ge-brauchte Brief des Simeon von Berkarsama bey Affe-mann kibilvkli. oriental. tmrr. I. p. z;c). dienen. Eineschwehrere Frage ist diese, wie diese Rede mit den Irr-tümern Des Nestor» zusammcnbange, wenn man nichtwüste, daß die Gegner dieses Mannes ihn so gar gernzum Gamosatenianec gemacht hatten.

Xl. Ztveytens daß er Cyrilli Anathema-tismos verworfen. Dieses leugnete er gar nicht,fügte aber eine in der Historie sehr gegründete Er-klärung hinzu.

Anm. §. XI. l. 5. und 7. Man siehet aus dieser Klage,daß die Gcgcnpartbei damals zum Zwek gehabt, dieAnnahme der Schlüße von Ephesus, und der Anathe-marismen des L/rilli zum Unterscheidungsmerkmal derOrthodoxie zu machen. Daß aber keines von beydeneine Bedingung der Versöhnung zwischen Lyrillo undden Morgenländern gewesen, daß vielmehr Lyrillus,wie Ibas recht saget, durch Erklärung und Unterschristdes morgenländischen Glaubensbekantnißes seine anstößi-gen Anathematistnen zurückgenommen und daß von denMorgenlandern nicht einmal die Verdammung des Ne-

storii