92 Geschichte der Streitigkeiten
IV. Diese Absezung bestürzet nicht allein dieKirchen von Phönicier! , sondern auch die übri-gen morgenländischen Bischdffe, die wol grö-stenkheils eben so dachten. Unrer ihnen ist Theo-dorerus zwar nicht an Würde, wol aber anVerdiensten und darauf gegründetem Ansehenleicht der vornehmste. Er erfahret auch zuerstdes Kaisers Ungnade, dadurch, daß er ange-wiesen wird, nicht aus der Stadt seines Biß-thums sich zu entfernen. Obgleich in dem des-wegen ertheilten Befehl nicht von Orthodoxiegerade zu stand, so merkte doch Lheodoremswol, daß der Verdacht, er sey ein Neßoria-ner, die wahre Ursach dieses Vorfalls sey. Wirwerden ausTheodosü eignen Worten sehen, daßer sich nicht betrogen.
Anm. In dem von K. Theodosio an den B. Diosturumim I. C. 449. erlaßenen Schreiben bey Manft tom.iv.x. 589- heißet es: „wir befehlen, den Theodoretum,„welchem wir schon feit einiger Zeit einen beständige»„Aufenthalt bey seiner Kirche zuerkannt, nicht zur Syn-„ode zu laßen, bis es die Synode selbst verlanget "und noch deutlicher in einem jünger» ebendaselbst p. zyy.also: „wir haben schon ehemals .befolen, den Bischof zu„Cyr Theodorerum nicht zur Synode zu laßen, bis. „diese selbst deswegen/ was ihr gefalle beschloßen habe,„indem wir dem Mann deswegen ungnädig worden, weil„er sich unterstanden, öfentlich demjenigen zu widerspre«„eben, was — Thrillers von Glaubenssachen gcschne-„bcn. Weil wir aber vermuthen, daß einige Nestoria-„ ner sich alle Mühe geben werden, diesem Dann in der„Dcrsamlung einen Plaz zu verschaffen, u, s. w." DieseBegriffe enthalten recht den Schlüsse! nicht allein zuTheodoren eignen Briefen; sondern auch zu dem §.XIV.II. mitgetheilten Geftz K- Theodosii. Ich zweifle garnicht, daß unter den Schriften, welche Theodosius zu
ver-