444 Geschichte der Streitigkeiten
nen, die es mit Cykillo bisher» gehalten hatten,sahen eben die gar zu sorgfältige Unterscheidungder zwey Naturen, und selbst den AusdrukzweyNaturen vor bedenklich an k theils wegen desCtMlli, dem dadurch widersprochen würde,theils wegen des Nestor«, deßen Lehre begün-stiget zu werden schiene. So dachten gewis Di'oskurus, und nicht wenig andere Bischösfe.Man konte daher allemal vermuthen, es sey nochsehr zweifelhaft, wenn die Frage auf das Con-cilium kommen würde, welcher Theil den Siegerhalten dürste. Hier war also die erste und vor-nehmste Verschiedenheit der Meinungen. Hier-aus entstand die zweyte. Wir haben oben ge-sehen, daß B. Leo dieses zu seinem Lieblingssazgemacht, daß entweder eine neue algemeineKmchenversamlung ganz zu vermeiden, oder, wennja diese vor sich gehen solte, von der Glaubens-sache nichts zu handeln. Dieses hies nicht, daßvon der Religionöstreitigkeit gar nichts auf derVersamlung vorgenommen werden solte; dennmit dem Analhema über Nestovium, und Eintychem war man zu Rom herzlich zufrieden,sondern, daß man keine neue Vorschrift, vondieser Lehre zu reden, entwerfen solte.. In sei-nen Augen war der Brref an Flcwianum schonVorschrift gnug und durch die erlangten Unter-schriften solte alle fernere Untersuchung überflüs-sig werden. Ehrlich zu sagen war dieses poli-tisthklug gnug ausgesonnen. Leo hatte zweier-lei zu besorgen, einmal, war es sehr ungewis,ob nicht diese Vorschrift anders ausfallen würde,
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