mit Eutyche und deßen Freunden. 455
Wirklich gelehret, wollen wir unken untersuchen,Wer bitten wir nur zu bemerken, daß die stren-gen Anhänger des Cyrilli, selbst Dioskurus,gar wol alle diese getadelte Säze verwerfen kon-ten, ohne ihre Meinungen zu vcrlaßen. Göltenhier nicht neue politische Kunstgriffe verborgenliegen? Wenigstens muste diese Vorsichtigkeit,keine andere zu beleidigen, eine Quelle neuer Un-ruhen werden, wie die Erfahrung lehrte. Dochnoch wehr Aufmerksamkeit Verdienste dieses, daßMan weder Nestorium, »roch Eutychem »nieNahmen nennete, noch die verdammten Lehrenmit dem Anathema belegte; da man doch soheftig auf dem Concil.io , wie wir schon gesehenhaben, die ganze Orthodoxie in dem elenden AlM-thema den: Nestorio! Anathema dem Eu-tychi! sezw.
VI. Endlich solte auch das dogmatische be-richtiget werden. Hier wurde nun wol dem Leoam meisten zu gefallen gethan. Doch davon re-den wir unten ein mehreres.
- VII. Und dieser Schlus war denn dasWerk, welches nun nicht blos durch die Unter-schriften der Bischdffe in der Kirche; sondernauch durch den Kaiser im Staat die Ehre harte,ein Gesez zu werden, wornach ylcm beurtheilensolte, welcher rechtgläubig, oder kezerisch sey.Wie nun das leztere der Sache den meisten Nach-druk gab, so wird man leicht begreifen, daß oh-ne das kaiserliche Gesez wol nimmermehr dieserSchlus solche Unruhen gestiftet haben würde.
Ff4 §. I.XXH.