Band 
Sechster Theil.
Seite
623
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mir Euryche und deßen Freunden. 62 z

dern eine Trennung der beyden Naturen, undwidersprachen, nicht der Vermischung, sondernder persönlichen Vereinigung; hingegen dieserGegentheil eben so glaubte, Eutyches und sei-ne Freunde, behaupteten nicht die persönlicheBereinigung, sondern entweder eine Vermi-schung der beyden Naturen; oder eine Ver-Wüttdelung der menschlichen Natur in die gött-liche, und widersprachen nicht der Trennungund Absonderung, sondern der wirklichen Ver-schiedenheit der Naturen, ihrer wesentlichen Ei-genschaften und der in einer jeden gegründetenHandlungen. Wenn nun die wechselweiseerhobene Klagen erwiesen waren, so müsten wireben so urtheilen. Allein aus unserer Vorstel-lung der historischen Erweise scheinet uns zu fol-gen, erstlich, daß die Klagen der eulychiani-schen Parthei gegen ihre Gegner ungegründet,indem diese nicht die Trennung, sondern nurdie Verschiedenheit der beyden Naturen behau-ptet, und nicht, gegen die Vereinigung derselbenund ihre Folgen, sonder gegen die Vermi-schung und Verwandelung Widerspruch er-hoben; zweykens, daß die Klagen desFlavia-sti und seiner Freunde gegen Eutychem, undihr Grund bey weitem nicht so erweislich insLicht zu sezen, und wenigstens nicht ohne Un-terschied zu beantworten. Einige scheinen al-lerdings so geredet zu haben, daß Der Verdacht,sie lehren eine Vermischung, nicht übel gegrün-det; andere aber müßen davon freigesprochenwerden. Dieses ist die erste Anmerkung.

Wenn