6?4 Geschichte der Streitigkeiten
Wenn wir aber auch zweytens zugeben wol- <len, daß wirklich beyde Theile gegen einander fal- ische Beschuldigungen erheben, so ist deswegen ,doch nicht zu schließen, daß zwischen ihnen ein ,wahrer Wortkrieg gewesen. Es würde daraus §nur folgen, daß beyde Theile die Jrtümer nicht ?genehmiget, welche einer dem andern Theil zne zLast geleget, nicht aber, daß beyde Theile voll» zkommen einerlei, und gleich richtige, oder gleich ^unrichtige Vorstellungen von der Person Chri- ^sti, von der Vereinigung der beyden Naturen >und ihrem gegenseitigen Verhältnis gehabt, !welches alles klar erwiesen werden müste, weint j
beyde Theile nur in den Worten und Ausdrü- ^
ken, nicht in den Ideen, verschieden gewesen. >Wir sind versichert, daß dieses in Ewigkeit ,
nicht geschehen werde und halten vielmehr das ^
Gegentheil vor sehr wahrscheinlich, nur mit demÜntersthied, daß wir den uns bekannten ^
gnern der Eutychianer eine richtigere, deutlnchere und bestimtere Erkantnis eingestehen, alsihren Gegnern, von welchen viele, und vielleichtselbst Euryches, nicht gewust, was sie von derPerson Christi sich vor Vorstellungen machensollen. Drittens, es ist auch hier wahr,was wir bey der nestorianischen Streitig-keit ebenfals bemerken müßen, daß freilichüber Worte gestritten worden, dieser Streikaber über Worte deswegen keinen Wortstreiterweist. Zwey Naturen, eine Natur,eine Person, ohne Absonderung, ohneTrennung, ohne Vermischung, ohne
Der-