646 Geschichte
Besazung, veranlaßten dieMünche, ein Schrei-ben an die regierende Kaiserin Pulcheriam ab-zulaßen. Sie reden mit vielem Stolz von ih-rer Orthodoxie, unrerlaßen aber auch nicht, vie-le Beschuldigungen gegen sich abzulehnen. Dievon dem Kaiser und der Kaiserin ihnen ertheilteschriftliche Antworten haben ein wunderlich An-sehen. In der Hauptsache war es sehr ver-schonende Güte, mit welcher der Hof gegen die-se Leute verfuhr und es scheinet, daß mehr vorden Ruhm der Orthodoxie, als vor die öffent-liche Ruhe gesorget worden. So viel ist dochimmer anzunehmen, daß die Bekehrung der^ Eudokia am meisten betrieben worden, undvielleicht war dieses der Stein, der gehoben wer-den muste, ehe man was gutes sich versprechenkonte. Selbst B. Leo muste deswegen seineDienste brauchen, doch fehlte es noch am Er-folg. K. Marcian grif die Sache nun ernst-lich an. Den Theodosium konte er zwarnicht in seine Gewalt bekommen, denn dieserentflöhe und begab sich auf den Berg Sinai;allein den B.Juvenalem sezte er wieder in sei-ne Stelle ein, und das, mit gutem Willen derEinwohner. Juvenalis hielte hierauf eineVersamlung von Bischöfen, welche sich Mühegab, die Münche von der Orthodoxie des Con-cil« von Chalcedon zu überzeugen. Sie giengaber auch weiter, sezte die von Theodosto ver-ordneten Bischöfe ab, welches wohl nicht un-recht war, es ist aber weder unglaublich, nochviel weniger zu billigen, daß man gegen mehre-re