Band 
Sechster Theil.
Seite
824
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8-4 Geschichte

war. Man konte also leicht vorhersehen, daßDie andern hierinnen eine Beleidigung findenwürden und hatten sie wol ganz Unrecht? Wa-re es nicht Pflicht gewesen, sie zu vermeiden?Man hatte wißen können, daß die Voraus-sezung, die Partheien stritten nicht über dieLehrsaze, sondern über die Formeln, und überDie Synode, nicht algemein richtig sey, weilsie gewis nicht alle Beschwerden gegen einandererschöpfte. Es waren noch andere UrsachenDesMisvergnügens, aufweiche wolRüksichtgenommen werden sollen. Dies war denn derdritte Fehler, daß man die Klagen nur zumTheil gehoben. Wir würden noch einen vier-ten rügen, wenn er wirklich Schaden gethanhatte, den er thun können, aber nicht that.So klug das oben entwikelte Stillschweigenscheinet erwehlet worden zu seyn, so war es dochim Grund ein gefährliches Mittel. Durch die-ses Stillschweigen tonten die Freunde der Syn-ode sich berechtiget haken, immer fortzufah-ren, ihr Ansehen zu behaupten, weil sie nichtausdrüklich verboten war; die Feinde aber, siezu verwerfen, weil sie nicht bestätiget war. Die-ser Schade erfolgte nicht, weil der Religions-eifer beide Theile verleitete, es gerade umzukeh-ren: die heftigern Feinde derSynode glaubten,sie sey stillschweigend bestätiget, und ihre Freun-de, sie sey stillschweigend verboten.

VII. Können wir wol das Henotikon .vor synkreristisch hatten? Nein! Es sollenja nicht zwey in Grundartikeln uneinige Par-

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