der monöphysllischen Streitigkeiten. 827
ihren Gegnern. Es war doch gewis kein ver-nünftiger Grund vorhanden, warum die erste,ja wol gar beide Synoden von Ephesus beßerseyn sotten, als die von Chalcedon. Hinge-gen hatten doch die Feinde eben das Recht, ih-re Abschaffung zu verlangen, das B. Leo ge-habt, die Zernichtung der zweyten zu Ephesuszu begehren. Insbesondere thaten die Fein-de der Synode sehr übel, daß sie solche vor ne-storranisch ausgaben. Diese Klage war schonin dem Munde des Eutychis gegen seine erstenGegner unbillig; allein nach der Versamlungvon Chalcedon völlig ungerecht. Wenn Theo-doretus noch gelebet hatte, der würde wol ausErfahrung haben sagen können, ob auch nurdie geringste Neigung, nur einen Nestorianerzu schonen, sich auf selbiger habe spüren laßen.
Die Freunde derselben thaten aber auch sehrübel, daß sie nun die ganze Orthodoxie darin-nen sezten, daß die Synode angenommen wer-de. Dieses wäre ihnen zu verzeihen gewesen,wenn sie sich aufden Lehrbegrifeingeschränket hat-ten, allein, daß sie es auch auf alle Handlungenausdehneten, dieses war nicht zu entschuldigen.
§. Xb..
Das Sittliche in dieser Periode ist überdie maßen traurig. Wir treffen auch nicht ei-nen einzigen Mann an, der in feinen uns betau-ten Handlungen die Forderungen des Christen-tums in Absicht aufReligionSstreitigkeiteu beob-achtet hakte. Aus Seilen der Feinde der Syn-