8r8 Geschichte
de von Chalcedon; daß wir von ihnen amangen, bemerket man nicht allein eine Härteund Unbiegsamkeit, sondern auch die gröbsteAusschweifungen. Empörung, offenbare Ge-waltthätigkeiten, Mord und Todschlag warendie Wirkungen eines recht fanatischen Eifers,und fanatischer Wuth. In unserer Erzehlunghaben wir nicht vergehen zu bemerken, daßdoch in den meisten tragischen AuftrittenMünche die Anführer waren, Münche inPalästina, Münche zu Antiochien, denenK. Leo durch bürgerliche Geseze das Auslau-fen und schwärmerische Rottenmachen verbie-ten muste, Münche zu Alexanderen und inAegypten. Wie viel Unheil stifteten diesemüßige Schwärmer! Die uns bekanntenHäupter dieftr Parthei, Theodostus, Aelu-rus, Peter der Garber, Peter Mongus sinddurchaus Männer von schlechtem Charakter,voller Ehrgeiz, sich zu behaupten, voller List,den Pöbel zu gewinnen, voller Rachbegierde.Zu sehr verrathen sie, daß sie vor ihre Bischofs-würden mehr eifern, als vor ihre Orthodoxie.Und da brauchen wir gar nicht die heftigen Lä-sterungen ihrer Feinde schlechthin zu glauben;auch nicht ihnen Lasterthaten zur Last zu legen,die ihnen nicht erwiesen werden können: nurihre erweisliche Handlungen sind reich gnug attGründen, unsere Vorstellung zu rechtfertigen.
§. XU
Waren die uns bekanten Vertheidigerder Synode bester? Man mus bekennen, daß
uns