Buch 
Systematische Eisenhüttenkunde mit Anwendung der neuern chemischen Theorie / von Wilhelm Albrecht Tiemann
Entstehung
Seite
443
JPEG-Download
 

i sie Abtheilung Vom gefrischten Eisen. 443

liegt darin, daß eS nicht ein so lange anhaltendes kaltesHammern, als jene Metalle, vertragt, sondern mehrere-male ausgeglühet werden muß, dabei viclGlübcspan absetzt,welches zuletzt eine große Dünnigkcit unmöglich macht.

' §- Zyo.

Verschiedenheit des gefrischten Eisens.

Nicht alles gefrischte oder geschmeidige Eisen ist sichdurchgängig vollkommen gleich, sondern es zeigte sich nachseiner Geschmeidigkeit, Zähigkeit, Starke undWeichheit verschieden. Das Charakteristische dieser Ab-weichungen besteht im Folgenden:

Ganz geschmeidig und gut nennt man solchEisen, welches sich unter dem Hammer kalt und roth-warm, ohne Riffe oder Brüche zu bekommen, streckenlaßt, und welches sich bei der nöthigen Behutsamkeit auchgut schweißen laßt.

a) Halb geschmeidig, wenn eS nur ein gelindesHammern vertragt, und bei einem starkem an denKanten berstet.

d) Ungleich wird solches Eisen genannt, welches ineben der Stange weich und hart zugleich ist-L.) Hartes Eisen, kann ganz geschmeidig seyn,es erfordert aber, um ausgedehnt zu werden, stärkereund häufigere Schläge, überhaupt mehr Gewalt. Ge-wöhnlich ist solch Eisen stahlartig.

2) Harr und stark, welches daS Schmieden und Bre-chen gut verträgt.

b) Hart und spröde, welches zwar das Schmieden,aber nicht daS Brechen vertragt.