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Systematische Eisenhüttenkunde mit Anwendung der neuern chemischen Theorie / von Wilhelm Albrecht Tiemann
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462
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462 Fünfter Mschnitt. Hüttenökonomie.

§. 402.

W a l l 0 ,1 f r i s ch h ü r t e.

Der Hecrd ist hier ziemlich groß und flach, die Tic-fe desselben von der Form bis zum Bodcnstcin, betragtmeistens 7 bis 7 4 Zoll. Man führt eine weite Form»mündung, giebt ihr wenig Stechen und »erfrischt eingrelles Roheisen. Den Hecrd bilden blos steinerne Platttcn. Die Form« und Rückseite machen einen stumpfen,und die Rück - und Windseite einen spitzigen Winkel. Dieledernen Balge sind von mittlerer Größe, wechseln aberschnell und werden durch drei Kaminen oder WelldaumcNin Bewegung gesetzt.

Es unterscheidet sich dieser Prozeß 1) durch die gc-ringe Quanniäk Roheisen, welche man auf einmahl vcttfrischt, sie betragt no bis 90 Pfund. 2) Durch die kur-ze Zeit, welche zur Verfrischung selbst erfordert wird z siedauert nicht über eine halbe Stunde.

Vor dem Anfange der Operation, befindet sich im-mer noch ein Rückstand voriger Luppe im Hecrde, weichettheils aus halb gefrischtem Eisen, theils aus sehr eiscn-reicher Frischlacke besteht. 'Man füllt den Hecrd mitKohlen, zündet sie an und laßt das Gebläse langsam ge-hen, legt die Nohciscngan; in einer scvrcgen Richtunggegen die Form auf den Hcerd. Zuerst schmelzt man dasEisen sehr langsam und behutsam ein, bricht es vcrschie-dcnemal auf, bringt cS dann z» einem Klumpen, nenntes Frischeisen und schmelzt es so dann znm zweitenmalvor der Form nieder. Ist nun die Luppe fertig, so schlägtman sie zu einem würflichten Klumpen, und liefert sie !»einem andern Heerde, nemlich zum Reckhcerdc, wo das