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Dritter Band.
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Mahlzeiten

Celten aßen» nach Athenaus auf der Erde, aufHeu» und halten sehr niedrige hölzerne Tische vor sich.Ihre Nahrung war wenig Vrod, aber viel Fleisch, so»wohl gekocht, als gebraten und gerostet. Die Speisenwaren reinlich zugerichtet, aber die Art des Essens warunsauber. Sie packten mit den Händen ganze StückenFleisch an, und zerrissen es mit den Zähnen. Ging esmanchmal auf diese Weise nicht auseinander, so schnit-ten sie eS mit einem kleinen bei sich tragenden Messer«ntzwey. Wenn sie bei Tische in einer gewissen An-zahl versammelt waren, so setzten sie sich in die Runde.Die Ehrenstelle war in der Mitte, wo derjenige von der Ge-sellschaft seinen Platz nahm, der durch seine ReichthümerTapferkeit oder Geburt der Angesehendste war. Nebenihn setzte sich der Herr des Hauses, und dann die andernGaste nach Rang und Würden. Hinter- ihnen standendie Krieger, die während der ganzen Mahlzeit ihreSchilder in Händen hatten. Vor ihnen beianden sichandere» mit Lanzen bewaffnet, die aber saßen. Allewurden so, wie die Herren bewirthet. Den Wein brachteein Bedienter, der in jeder Hand ein irdenes oder sil-bernes mit Wein angefülltes Gesäß halte, das einemKessel glich. Aus diesem Gefäße schöpfte jeder. Mantrank wenig auf einmal, aber oft. Den Wein trankman lauter, selten mischte man ihn mit Wasser. DieSchüsseln» worin das Frisch lag, waren von der Ma-terie der Tcinkgcschirre, doch halten sie auch welche vonKupfer, und andere brauchten statt der Schüsseln, vonWerden geflochtene Korbe.

Die Gallier bedienten sich statt der Becher derHirnschalen der im Kriege erschlagenen Feinde. Siebrauchten dazu aber auch die Hirnschadel ihrer Vater,Bruder und Freunde. Sie betrachteten dies als eine re-