Band 
Dritter Band.
Seite
107
JPEG-Download
 

Musivische Mahlerey

ros-sen eine völlig ähnliche Einrichtung, nur etwas später.Genau läßt sich nicht bestimmen, zu welcher Zeit dieseEinrichtung im deutschen Reiche ihren Ansang genom-men hat. Aber das Ober-Spiel-GrafenAmt zuWien , unter dessen Gerichtsbarkeit die Mimen - Hi-stciones und Musici von ganz Oesterreich standen,scheint doch schon im XIV. Jahrhunderte eingerichtet zuseyn, weil schon am Schlüsse dieses Jahrhunderts ver-i schiedene Stände anderer Gegenden Deutschlands mit dernämlichen Gerichtsbarkeit von den Kaisern belehnt wor-> den sind. Die mit einer solchen Gerichtsbarkeit besehe-nen Stände nahmen wieder einen DicariuS. oder Lieute-nant, unter dem Titel eines Pfeiferkönigs an,! welcher bis Aufsicht.über die Zunft zu führen, und vonvorkommenden Dingen Bericht an die höhere Behörde zuerstatten hatte. Das Ober spielg rasena mt inWien wurde erst am zosten Decoder 1782 aufgehoben,weil man es der natürlichen Freiheit, durch Kunst seinBrod zu verdienen, unangemessen hielt. NicolaiReise. III. 298. Forkel Geschichte der Musik. II.7 ty- ff

Musivische Mahlerey, Musivische Arbeit, Mo«saische Mahlerey. Die Kunst, vermittelst klei-ner Steine, kleine Stückchens Marmor, Glas, Schmelz,werk u. dcrgh Figuren hervorzubringen, die das Ansetznhaben, als ob sie mit dem Pinsec gemahlt wären.In ältern Zeiten bediente man sich dazu allerley bunterSteine, Muscheln u. drrgl. Diese Kunst soll vonden Persern erfunden, und von da zu den Griechengekommen s yn. Diese haben sie zu einem hohen Grabeder Vollkommenheit gebracht. Vielleicht hat die uraueKunst, Kleider mit bunten Blumen zu sticken, eineVeranlassung gegeben, auch dieses mit bunten Steinen