Nagelprobe
125
zu Stangen für Nägel gestreckt wirb, hat HodgettSerfunden. Mag. all. neuen Erf. IV. 257. Eineandere Masckine zur Verfertigung der Nägel hat derEngländer Clifford erfunden. — Busch Almanach.VII. 500.
Nagelprobe, ein nur im gemeinen Leben vorkommenderAusdruck, womit man die Probe eines ausgetrunkenenBechers rc. bezeichnet, die darin besteht, daß man dasTrinkgefäß umkehrt, aus den Nagel setzt, und den letz-ten Tropfen davon ableckt. Zn Franken nennt mandies auf ein Naglein trinken. Der Gebrauch istsehr alt, und vhnstreitig hat zu dieser, so wie zu meh-rerer andern Erfindung, die Trinklust Gelegenheit gege-ben. Zn Kuhrfürst Christin II. von Sachsen Hof.trinkordnung heißt es: Erst soll man trinken dieherrschaftliche Gesundheit; daraus soll man bringen denfreudigen Bergmann, mit dem Spruche: Glück auf;denn folgt die Nagelprobe mit dem Spruche:
So halten es auchDie Allen im BrauchWenn sie vor JahrenFein lustig waren.
Sie schenkten voll «in,
Und tranken so rein,
Daß man das Glas von oben,
Konnt' auf den Nagel proben;
Worauf der andere antwortete:
Das war zu loben.
Schon die Römer tranken aus diese Art. In neu-ern Zeiten hat man für die Nagelprobe das lateini.sche Wort Lu^ornacuium gebildet, welches auch bei denEngländern und Franzosen üblich ist. — Krünitz. 6.642.