Buchdruckerkulist 17/
berg aber im Besitz der Druckerey blieb» und die Ge-schäfte leitete. Die Druckerey war also dem Gutten«becg eigen, und dem Faust wegen des darauf berge»Uehenen Geldes, verpfändet. Aber diese GemeinschaftLauerte kaum 5 Jahre, als Faust den Guktenberg we-gen nicht bezahlter Zinsen verklagte. Guktenberg vrr-lohr den Proceß, und bei dieser Gelegenheit kam dieDruckerey in FaustS Hände. Dieser benutzte diesenUmstand auf mancherley Weise, um es dahin zu brin»gen, für den Erfinder der Kunst selbst angesehen zuwerden, und der daraus entstandene Irrthum hat sichlange erhalten. Faust hat übrigens werter kein Der»dienst, als daß er die von Guttenberg erfundene Kunstfortgesetzt hak. Peter Schöffer , der von den la-teinischen Schriftstellern oll Opilio genannt wird, waraus Gernskeim am Rhein , gebürtig, und nährte sichdurch Schreiben für die Buchhandlungen. Er hielt sichzu Parrs auf, muß aber um jene Zeit nach Mainz ge-kommen seyn, denn so viel ist gewiß, daß er, alSder zweite Gutlenberg, die von diesem an den Faust ge«kommene Dcuckerey, leitete, und da er schön schrieb, denFormschneidern die Buchstaben so vorschrieb, wie sie sieschneiden sollten. Dieser Schöffer , der von Gutten-berg und Faust dazu gebraucht war, die Buchstaben mitder Feder vorzuzeichnen, suhlte die mit der Formschnei-derey verbundene Unbequemlichkeit, und erfand die For-men, worin die Buchstaben weit schneller in Metall ab-gegossen werd<n konnten, und einander alle gleich wa-ren. Diese Erfindung fällt in die Zeit, da die Ge-meinschaft zwischen Guttenberg und Faust noch fortdau-erte, also zwischen 1450 und 1455. Diese neue Erfin-dung, diese Vervollkommnung der Kunst, gebührt alsoder Stadt Mainz , und dem Schösser allein, so wi«