Band 
Erster Band.
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355
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Färberey 555

5.) Der Wachsthum, den diese Kunst schon zu Mo-ses Zeiten harte, setzt einen asten Ursprung und langevorher gegangene Entdeckungen voraus. Die Phönicier,Egypter, Hebräer, Griechen, Römer, und Deutsche waren in den ältesten Zeiten mit der Färberkunst be-kannt. Ihre Erfindung überhaupt will man demNicias von Megara zuschreiben. Die Wolle zu fär-den, sollen, nach Plinius (VII. 56.) die Lydier, inder Stadt Sardes, zuerst versucht haben. Aus Grie-chenland , wo diese Kunst lange getrieben worden, kamsie nach Rom , wo die Färber schon zu Numa PoM-pilius Zeiten, unter andern Handwerkern in eint vonden Vo'kszünsten gebracht wurden. Es scheint auch! schon, daß zu Rom nachgehends die schlechten Färber! von den künstlichen, besonders Purpucfärbern, die Mit^ unsren Schönfärbern übereinkommen, unterschiedenwaren. Daß die Deutschen die Farberkunst früh-> zeitig kannten, erhell«? schon daraus, daß, nach Ta-! litus (äs rriorik. Oermanor. 17.) die Weiber derDeutschen die Leinwand färbten. Wenn eher aber dieFärberzunst in Deutschland entstanden sey, ist un-, gewiß. Nach Herrn v. Murr (Iourn. V. yo.) machten! sie schon im XIII. Jahrhundert eine eigne Zunft aus.

^ In Augsburg waren sie rz68 noch nicht zünftig.Wollenfärber, oder, wie sie sich zum Unterschied vonden Leinwandfärbern nannten, Waidfärber, gab es schonnach Einiger Vermuthung, im XteN, sicher aber im Xll.Jahrh, in Deutschland. Unter allen europäischen Nationen waren die Spanier die ersten, welche dieFärberey cultivirten. Ums Jahr lzoo brachte einolter deutscher Edelmann, Namens Ferro , oder Fe-derigo, die Färberey Mit Orseille, (s. diese.) aus derLevante nach Italien . Im Jahr 1429 wurde in