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Geburtshülfe
Tugend des weiblichen Geschlechts ansähe. — Seit derersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts wurde die Geburls-hülfe als ein besonderer Theil der Chirurgie angesehenund gepflegt. Janson de Pcatis zu Antwerpen schrieb 1524 ein Buch im Lateinischen von der Gebä-rerin, und von der Geburt. — Gegen das Endedes XVI. Jahrhunderts suchte ein Edelmann in Poitou,Gervais de la Touche, in einer Schrift es dahinzu bringen, daß männliche Geburtshülse mehr Eingangbei Kreißenden finden mögte, aber er konnte die Vor-urtheile noch nicht bekämpfen, dies gelang erst der Ma-dame de la Baliere, der bekannten Geliebten Lud-wigs XIV., die es bald zum vornehmen Ton der Da-men machte, sich auch bei natürlichen Geburten einesAccoucheurs zu bedienen. — Im XVII. Jahrh, machtedie Entbindungskunst beträchtliche Fortschritte, und wur-de nicht mehr für ein blos weibliches Geschäft betrachtet.Moreceau, ein Geburtshelfer zu Paris , der 1709starb, macht« sich in diesem Fache berühmt. — ImXVIII. Jahrh, ging diese Kunst ihrer Vollkommenheitimmer mehr und mehr entgegen. — Der Pros. undOberhvfrath Stein zu Marburg (geb. 1737.) legte1753 den ersten bedeutenden Grund zu der jetzt so sehrverbreiteten Vervollkommnung der Entbindungskunst inDeutschland . — Mawbray war 1725 der erste, derin Holland die Hebammenkunst privatim lehrte. —Die erste Hebammenschule ist zu Straßburg 1728,die erste deutsche zu Berlin 1751 errichtet. MehrereStädte haben ähnliche Institute. — Die erste Hebam-menverordnung ist Loniceri Ordnung für Heb-ammen, Franks, lat. und auch deutsch , 1573. — Mru-fe l Leitf.- III. 1277. 1279. 1282. Krünitz XXII.526. ff. Osiander Lehrb. d. Enlbindungskunst; wo-