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Zweiter Band.
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Haare

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sind von hohem Alter, und ihr Ursprung verliert sichganz in den fabelhaften Zeiten. Ich verweise deshalbauf Busch Handb. d. Erl V. ZZy ff. JuvenelI. 523 Funke neues Realschullex. II. 74z. und dievon beiden angeführten Schriften.

)aare und Haarmoden. Falsche Haare warenschon bei den Griechen» Carthaginensern und Römerngebräuchlich. . In Rom wurde sogar ein Handel mit fal-schen Haarzöpfen und Haarflechten getrieben,welche die Frauenzimmer trugen. Blonde Haareverschrieben sich die Römer zu Ovids Zeiten (im I.Jahrh, vor Eh. Geb.) aus Deutschland ; und die Deut-schen trugen sogar von todten Körpern abgeschnitte-ne Haare. Auch die Kunst, Haare zu färben, istsehr alt. Die Erfindung dieser Kunst legt man der*Me-dea, der Tochter des Königs Ilretas in EolchiS, bei,die zur Zeit des Argonautenzuges (um 1262 vor Ch, G )lebte. Die galanten Römerinnen salbten ihrHaap mit einer Goldsalbe, um ihnen die beliebteFeuersarbe der alten Deutschen zu geben. Sie ließensich dazu diejenige Seife kommen, womit die Deutschen ,wie Plinius versichert, ihre Haare schön rothgelb färb-ten. Es ist gar kein Zweifel, daß die xilas iVIsttiaeas,die Martial (14, 27.) wider das Gcauwerden derHaare brauchen lehrt, welche Seifenart von dem OrtesVIatliacuna, der in Hessen gewesen seyn soll, ihrenBeinamen harte, daß die sxuma crrustica, womit dasdeutsche Haar gefärbt ward, (das. 14. 26.) und der Ba»tavische Schaum, womit sich die Römer das Haar