Band 
Zweiter Band.
Seite
40
JPEG-Download
 

40

Getränke

ßen der Gläßer bei dem Gesundheittrinken sei-nen Ursprung genommen hat. Nach verrichteter Mahl-zeit pflegten sie auch wohl eine mit Wein angefüllteSchale oder Becher von Erz auf die Tafel zu setzen,welche (üottadus genannt wurde; an welche die Gastemit ihren kleinen Bechern stießen, welches denn einenKlang von sich gab. Dies nannten die Alten: Lotta-kurn kaoers; wir nennen eschoquiren, mit denGlasern anstoßen. Die Deutschen nahmen dieseArt deS Gesundheitlrinkens desto begieriger an, je mehrsie selbst den Trunk liebten. Das Gcsundheittrin«ken, wovon das Zutrinken eine Untergattung ist, istso alt unter den Deutschen , daß es schon die Angel-sachsen in der Mitte des V. Jahrhunderts mit nach Eng-land brachten. Das Ganze ist nichts anders, als eineErfindung, wozu das Saufen, und die Neigung zumSausen Gelegenheit gegeben hat, denn in was für ei-nem Zusammenhange steht meine Gesundheit mit demTrinken eines andern! Des dabei häufig eingetretenenMißbrauchs wegen, haben auch in den ältesten Zeiten ei-nige Völker das Gesundheittrinken bei Strafe verbothen;und auch in den königl- Preußl. Landen ist am zistenMärz 1718 ein scharfes Edict gegen das Vollsausen undGesundheittrinken ergangen, worin ausdrücklich verord-net worden, daß Niemand sich unterstehen soll, eineGesundheit auszubringen oder anzunehmen. Ludwigsgelehrte Anzeigen I. 435. ff. Krünitz XVII. 877.

Getränke dadurch abzukühlen, daß man sie in Wassersetzt, worin Salpeter aufgelöset wird, das konnten dieAlten nicht wissen, weil sie unsren Salpeter nicht kann-ten. Erst in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhundertsward diese Eigenschaft des Salpeters bekannt, und lan-ge nachher bemerkte man, daß sie auch noch andern