Band 
Zweiter Band.
Seite
59
JPEG-Download
 

Glockentaufe

S9

Tburme der Garnisonkirche zu Potsdam befindlicheGlockenspiel, ist zu Berlin im Gießhause gegossen. ESist besser, als das in Berlin , und überhaupt eins derschönsten in Europa . Die Walze allein hat 12,00»Thaler gekostet. Krünitz XIX. 184. f. s- Uhr.

Glockentaufe. Der Ursprung dieser abergläubischen Ce-remonie ist unbekannt. Sie muß aber bereits vor Carldem Großen üblich gewesen seyn, denn dieser hat fieschon verboten. Pabst Johann XIV. aber hat siewieder eingeführt, und im Jahre y»8 die neue Glocheder Laterankirche zu Rom selbst getauft?, und nach sei-nem Namen Johannes genannt. Krünitz XIX.101. Reinhard Gesch. d. chrisil. K. Jrg.

Gloßocornun». Ein Instrument der Wundärzte, umgebrochene Glieder damit einzubinden, hat Nympho-dorus von Amphipolis erfunden. Fabric, allgem.Hist. d. Gelehrs. II. 246.

Glufen, Glufners. Nadeln.

Glückshafen, Glückstöpse, Glücksbuden. DieGlückstöpfe oder Glückshäfen sind im Kleinen Nachah-mungen der römischen Congiarien, und bestandendarin, daß Fürsten und Fürstinnen, welche ihre Hof-leute durch kleine Geschenke vergnügen wollten, allerleyGegenstände des Luxus mit Zahlen bezeichneten, ebendiese Zahlen auf einzelne Zettel schrieben, solche zusam-men rollen, in ein Körbchen thun, und von jedem ei-nen Zettel herausnehmen ließen, der alsdann das Ge,schenk erhielt, dessen Nummer der ergriffene Zettel an-gab. Diese kleinen Congiarien hießen mit der Zeitauch Lotterien, und wirklich find auch die eigentlichenLotterien aus jenen entstanden. Glücksbuden ha-ben ihren Ursprung schon im mittlern Zeitalter in Jta,Uen. Die Kaufleute und Krämer bedienten sich des