Band 
Zweiter Band.
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Glühende Kugeln

Hülfsmittels, um ihre Waaren schnell und Vortheilhaftzu verkaufen, ihren Laden in eine Glücksbude zu ver-wandeln, wo jeder, gegen einen geringe» Einsatz, eineNummer aus dem Glückstopse ziehen, und die damitbezeichnete Waare gewinnen konnte. Weil aber dabei mitder Zeit Belrügereym und Ueberkheuerungen vorfielen,so wurden diese Glückshafen verbothen, oder eingeschränkt,und haben sich in Deutschland nur noch auf manchenJahrmärkten, jedoch unter mancherley Einschränkungen,erhalten. Aus ihnen wurden unsre Lotterien, als ma»zu den Gewinnen nicht mehr Waaren nahm/ sondernaus der Summe der Einsätze Geldgewinne machte. Beck-mann Erf. V. zig. s. Lotterie.

Glühend« Kugeln, um feindliche Gebäude damit inBrand zu stecken, kamen vhngefahr im VII. Jahrhun-dert aus, wo sie HagiagauS, bei der Belagerungvon Mecca zuerst angewendet haben soll. Don Jay-me, König von Arragonien, hatte bei der Belagerungvon Balenzia, im Jahre 1236 ebensals dergleichengroße Feuerkugeln, aus 4 Pergamemhäuten zusammen-gesetzt, und mit feuecfangenden Materien angefüllt, dieda, wo sie niederfielen, zersprangen. Hoyer Gesch.d. Kriegsk. l. 7Z. Das Verfahren durch glühende Ku-geln Gebäude anzuzünden ist also sehr csit, und sie^ wa-ren schon vor Erfindung des Schießpulvers im Gebrauch,späterhin aber wegen der Schwierigkeit, sie glühend zumachen, oder wegen der, für den Artilleristen selbst da-mit verbundenen Gefahr, selten angewendet. Als 1580Nenneberg die Stadt Steenwick belagerte, wurden70 Häuser durch glühende Kugeln in Brand gesteckt.AuchziZy/ in-der Belagerung der Stadt Rheinberg ,durch die Spanier, zündete «ine glühende Kugel den,Pulvervorrath der Belagerten an, und zwang sie da-