Band 
Zweiter Band.
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Goldschlägerey

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Leu konnt?. Wie die ältesten Künstler das Gold g«.schlagen haben, ist zwar nicht bekannt; aber im Xil.Jahrhundert ward die A.beit fast gänzlich so, wie jetztverrichtet. Schon damals ward das Gold zwischen Per-gament geschlagen. Bei dem Fortgang? der Kunst fandman aber das Pergament zu diesem Gebrauche noch zufest und zu dick. Man suchte daher eine feinere Haut,und fand dazu die Haut neugeborner Kälber am schick-lichsten, durch welche Erfindung die Verdünnung derGoldblatter noch viel weiter getrieben wurde, alS sievorder möglich gewesen war. Aber noch mehr gewanndie Kunst, durch Anwendung der allerdünnsten Hautzu den Hautformen, welche vom Mastdarm der Ochsenund Kühe abgelöset wird. Nach Lancellotti, welcherin der ersten Hälfte des XVU. Jahrhunderts schrieb, istdiese Erfindung >von deutschen Goldschlägern gemachtworden. Ums Jahr 1621 erregte Mersenne , ein sehrberühmter Mönch, der 1588 im Dorfe Oyss gebore»wurde, und zu Paris 1648 starb, allgemeines Erstau-nen, als er bekannt machte, daß die Pariser Gold-schlager aus einer Unze Gold »600 Blätter schlügen,welche zusammen eine Flache von 150 Quadrarsuß be-decken könnten. Aber im Jahr 1711, nachdem die vonden Deutschen erfundenen Hautchcn auch in Paris ge-bräuchlich geworden waren, fand Reaumür, daß eineUnze Gold, die in Gestalt eines Würfels nur Z 1/4 Lr,nie höchstens breit, lang und hock ist, und nur eineFläche von ohngefähr 27 Quadratlinien bedeckte» von denGoldschlägern dergestalt ausgedehnt ward, daß sie eineFlüche von mehr als 146 1/2 Quadratfuß bedeckt. Dies«Ausdehnung ist also säst noch halbmal größer, als dievor 90 Jahren möglich gewesen war. Beckm. Erf. IV.564. v. Murr Journ. V. y 6 .