Schießpulvec
49
schweig bei seiner Armee: Bliden und drivendeWarke, Armborste, Bußen und Were. ImJahre 1378 trieb «in Mann in Augsburg die Kunst,Kanonen zu gießen, zu laden und abzuschießen, nochals ein großes Geheimniß. Entweder unser Schießpul»ver ist damals noch nicht sehr bekannt gewesen, oderdas Geheimniß des Augsburgischen Künstlers hat nichtsowohl in der Bereitung des Pulvers, als vielmehr indem Gebrauche desselben bei den von ihm gegossenenStücken bestanden. Sehr wahrscheinlich ist, daß derkriegerische Gebrauch des SchießpulverS weit jünger, alsdie Erfindung desselben ist. Aber falsch ist es doch, wennman behauptet, daß es schon im XII. Jahrhundert zurSprengung des Gesteins im Rammelsberge bei Goslar gebraucht sey. Denn die Nachricht, aus welche man sichdesfals beruft, ist von der Gewinnung der Erze durchFeuersetzen zu verstehen. Die Erfindung des Bohrenund Schießen auf dem Gestein, soll erst im zweytenBiertheiie des XVII. Jahrhunderts auf dem Oberharze,und noch später in den Gruben des Rammelberges be-kannt geworden seyn. Jener alte Bergwerksgebrauch desFeuersetzens gab Gelegenheit, daß Heinrich, Pfalz»gras am Rhein , 1200 auf eben diese Weise die Mauerneines Schlosses bei Tyrus sprengte. Die älteste Er-wähnung des SchießpulverS in Dannemark, soll von2372 seyn. In Rußland ward der Gebrauch erst 2475und viele Jahre früher, als in Schweden , eingeführt.In England hat man erst ums Jahr 1560 angefan-gen, Schießpulvec zu verfertigen, welches man bis da-hin von den Ausländern gekauft hatte. Nach den neue-sten Untersuchungen scheint bis jetzt der älteste ganz siche-re Beweis vorn Gebrauche des SchießpulverS in Europa vorn Jahre 1354 zu seyn. Beckmann ist geneigt, de-IV. 4