ii8
Siegelerde
in einer Urkunde sein Siegel ein Majestäts-Siegelgenannt haben. — Alkg. d. Bibl. OVIIi. 362. ff. —Beckm. Erfind. I. 475. 48z. — Bolldeding Arch.Suppl. 2^5.
Siegel mit Oblaten s. diese.
Siegelerd», war schon bei den Egyptern gebräuchlich»und scheint deswegen die erste Materie gewesen zu seyn,welche zu allererst zum Siegeln angewendet worden. —Beckm. Erf. I. 474.
Siegellack. Soll von einem Franzosen, FranxoiSRoußeau, der in einem Orte, nicht weit von Auxrr»res geboren worden, lange ZciH-in Pnsien, Pegu. Ostin.dien gereiset, und 1692 auf St. Domingo gewohnt hat,erfunden seyn. Daß aber, wenigstens in Deutschland ,schon 100 I. vor Roußeau 'ö Zeiten, Siegellack ge-macht und gebraucht worden, und daß also das Ver,dienst dcS Franzosen vermuthlich nur darin bestanden hat,daß er es überhaupt zuerst, oder nur zuerst vorzüglichgut, in Frankreich gemacht hat, wird durch andereNachrichten gewiß; doch ist solches in der ersten Hälfteder XVI. Jahrhunderts^ in Deutschland entweder garnicht, oder noch nicht sehr bekannt gewesen. Ums Jahr156z war bei den Portugiesen der Gebrauch schon ganzgewöhnlich. Die älteste, bis jetzt bekannte Erwähnungdes Siegellacks» in gedruckten Büchern, ist amb in desGarcia ab Orto Buche von Specereyen, welches zu-rrst 1563 gedruckt seyn soll. Die älteste gedruckte An-weisung, das Siegellack zu machen, ist in einem 1579zu Augsburg gedruckten Buche von Samuel Zimmer-mann. Anfangs hieß das Siegellack hart Siegel-wachs, Der Name Siegel - Lack scheint erst aufge-kommen zu seyn, nachdem man das Gummi-Lack stattdes gemeinen Harzrö zu nehmen angefangen hat. Das