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Thurmwächter
Tburmwächter, Thürmer, scheinen zuerst in Deutsch »land, und vielleicht eher, alS die Gassenwächter, aufbeständig angeordnet zu seyn. In E- gland waren sie,wenigstens vor Zo Jabren. nock gar nicht, und über-haupt sind sie. außer Deutschland , noch selten. Schonin den ältesten Zeiten hielt man Wachen auf den Thür-men, um die Annäherung des Feinoes vorauszusehen.Auch die deutschen Fürsten harren, im XVI. Jahrhun-dert wenigstens, in ihren Schlossern e^-ren Lhurmmann,der morgend« und abends blasen wußte. Die Wachenauf den Kirchthürmen der Städte mußten anfangs dieBürger selbst wechselSweise verrichten, welches noch inder Pvliceyordnung der Stadt Eindeck 1575 verordnetward. Nachher wurden besondere Thurmwackler ange-nommen, und diesen auf den Thürmen eine kleine Woh-nung zugerichtet. In vielen Städten ward der Stadt-musikant, der damals Kunst und Stadtpfeiferhieß, zum Thurmwächter gemacht, und ihm oben dieWo- nung angewiesen. Als ihm diese mit der Zeit zuhoch und unvequem ward, gab mau ihm «in Haus ne-ben der Kirche, und erlaubte ihm, die Wachen vonseinen Gesellen oder Hausgenossen, oder einem andnnverrichten zu lassen. So ist es noch jetzt an mehremOrlerz. Der Sladkmusikant w.,rd auch ehemals Haus-mann genannt, und der Thurm, woraus er wohnenund Wache halten mußte, hieß der Hausmanns-thurm. In der Berliner Poriceyvrdnung von 1580war festgesetzt: daß der Raths , Thurm, oder Haus-mann, bei Hochzeiten mit Musik gegen den dort be-stimmten Lohn aufwarten solle, jedoch n^r bis 9 UhrAbends damit er auf dem Thurm abblasen und Nacht-wachen bestellen könne. Die Ebineser sollen schon imIX. Jahrhundert die Gewohnheit gehabt haben, von