Band 
Vierter Band.
Seite
334
JPEG-Download
 

354

Waid

vornemlich erst im Anfange des XVII. Jahrhunderts be.kannt wurde. Durch ihn ward der Waid verdrängt,theils weil jener anfangs wohlfeiler war, theils weil erangenehmere Farben gab, theils weil der Waid durch dieNachlässigkeit und Betrug allmählich an Güte abnahm.Sachsen verbot den Gebrauch des Jndigs im I. 1650,und damals ward er zum Erstenmale in einem landes-herrlichen Befehle genannt In dem kaiserl. Befehlevon 1654 ward «r neben denjenigen schädlichen Farbengenannt, welche unter dem Namen der fressendenFarben, oder der Teufelsfarben, bei Strafe anGut, Ehre und Verlust der Waare, schon in den Jah-ren 1577, rgy4 r6oz, iw deutschen Reiche verbo-ten waren. Man rechnete dabin Vitriol , Gailäpsel,Sumach und Blauholz. Sachsen , welches durch dmIndiz am meisten litt, verbot ihn sogar bei L-ibesstrafe.Noch jetzt sollen die Färber in Nürnberg jährlich schwäre«müssen, keinen Indiz zu brauchen, dessen sie doch mchtentbehren können. Aber diese scharfen Befehle waren un-kräftig. Im Jahre 16z» brachten die Holländer aufsieben Schiffen aus Batavia bereits zzz 545 PfundIndiz, der über fünf Tonnen Goldes am Werthe war.Jetzt behaupten die Färber, daß 1 Pfund Indiz so vielals Z Eeniner Waid färbe, und daß, wenn ein StückTuch mit Indiz zu färben 5 Thaler koste, es Z 0 Thä-ler kosten würde, wenn man Waid dazu nehmen wollte.Schon länqst ist die Cultur des letzter» fast gänzlich i»Tbüringen vergangen. Man bauet mit weit geringermNutzen Gekraide, da unterdessen dir Colvnien in Ost»und Westindien durch den Jndigbau» und die Halländeeund einige deutsche Kaufleute, durch den Zndighandelreich werden. Der erste Jndig, der aus Amerika nachEuropa gebracht worden, ist aus Guatimala, also aus