568 Weingeist, höchstrectificirler
den. Diese ursprüngliche Darstellung desselben gab di«Veranlassung, daß er gebrannter Wein (vioumsrlustum) woraus wan später Brandewrin, Brann,tewein (s. diesen) machte, genennb't wurde. Thad.dauS, ein florentiner Arzt, der 1270, 80 Jahre alt,starb, rühmt schon dessen vorzügliche Hejlkräl:-; undRaymund Lullius kannte nickt nur seine Reinigungdurck wiederholtes Ueberziehen, auch daß gut gereinigterWeingeist nach dem Abbrennen über Leinwand, diesemit anzündet, sondern benutzte ihn auch schon zum Aus«ziehen starkriechender und gewürzhaster Gewachsstoffe;und Arnold Bachuone von Villan ova benutzteihn unter andern schon zur Bereitung des Rosmaringei-stes, der hernachmals unter dem Namen des Ungari,scken Wassers (s. dieses) berühmter wurde. Ob schondie Bereitung deS Brannteweins bis ums Jahr izzz,mitbin noch gegen 20 Jahre nach des letztem Tode blosvon einzelnen Chemisten als Geheimniß betrieben, undin damals nicht lange erst entstandenen italienischen Apo-theken zur Arzneydereitung mit angewandt wurde, soläßt sich doch nach einem Frankfurter Gesttze von izboschließen, daß er schon damals auch außer demselben imGebrauch gewesen sey. Die Modeneser waren, nachAlexander Tassoni, die ersten unter allen Europäern,die, als ihnen, in einem überaus guten Weinjahre, ei»großer Theil ihres, gegen den, ihrer Nachbarin schwärchern, und daher minder gesuchten Weins, verdarb, darausim Großen Branntewein machten, diesen mit Gewinnan die Venetianer verkauften, und hernach auch vonihrem unverdorbenen Landwein in Menge drstillirten.Man machte damals den Branntewein so stark, daß ernur in wenigen Tropfen genießbar war, und so wurdeer in Italien unter dem Namen ^uavltas überall ver«