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Möglichkeit glauben, daß selbst die anscheinenden Mißverhält-nisse wohltätige Quellen neuer Vorteile für uns werden können."
Und ebenfalls am 28. April erließen der Kleine und derGroße Rat ein Dankschreiben an den ersten Konsul der fränkischenund Präsidenten der italienischen Republik.
Eine große Reihe von Verordnungen bezeichnen die Tätig-keit der ersten Aargauischen Regierung, und es ist wahrlich einschöner Zufall, daß die erste dieser Verordnungen gerade einAkt brüderlicher werktätiger Hilfe war, der den neuen Staats-genossen besser als alle Gesetze zeigen konnte, daß sie nun zu-sammengehören, und einer des andern Schild sein sollten. WenigeTage vorher war nämlich das Dorf Benzenschwil im BezirkMuri durch eine Feuersbrunst heimgesucht worden, welche15 Firsten einäscherte und 112 Personen obdachlos machte. Zugunsten dieser Unglücklichen ordnete nun der Kleine Rat ausden Psingstsonntag für das Gebiet des ganzen Kantons eineallgemeine Steuer an.
Andere Verordnungen bezogen sich auf die Wiedereinsetzungder im ersten helvetischen Sturme aufgehobenen Zehnten undAbgaben, die einstweilen wieder wie vor der Revolution ge-treulich und ohne Widerrede zu entrichten seien; auf die Über-tragung der Güterverwaltung an die Klöster, denen sie vonder Helvetik zum großen Teile entzogen worden war; auf dieVerschmelzung der drei einstweilen noch fortamtenden Ner-waltungskammern von Aargau , Baden und Fricktal in eineeinzige, provisorische; auf die Liquidation der alten bernischenStaatsschuld, gemeinsam mit den Kantonen Bern und Waadt ;aus die Herausgabe eines offiziellen Amtsblattes für den Kan-ton Aargau . das allwöchentlich erscheinend das Publikum mitden Verfügungen der kantonalen und eidgenössischen Behördenbekannt machen sollte; auch die Preise der Lebensmittel solltendarin ihre Stelle finden.
Am 13. Juni 1803 trat der Große Rat zur ersten Sessionzusammen und ward wiederum von Landammann Dolder mit