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gekehrt, Ludwig XVIII. und seit 1824 Karl X . Dieser hattedurch seine ersten Maßnahmen ein liberales Regiment ver-heißen ; allein bald trat, zur großen Enttäuschung desfranzösischen Volkes, ein gänzlicher Umschwung eiu. Die Ent-täuschung wuchs zur gährenden Unzufriedenheit und brach imJuli 1830 in offene Revolution aus, als Karl durch seine be-rüchtigten „Ordonnanzen" die Preßsreiheit aufhob und das Wahl-recht in konservativem Sinne umgestaltete. Don dem Sturmewurde das Bourbonenregiment zum zweiten Male weggeweht.Das Beispiel der Pariser weckte begeisterte Nachahmung undführte zu Revolutionen in Belgien , in Polen , in Deutschland und ergriff auch die Schweizerkantvne. Mit neuem Eifer gingman in den noch zurückgebliebenen Kantonen an die gründlicheUmgestaltung: im Thurgau , in Zürich . Unter den größtenAufregungen aber vollzog sich die Verfassungsänderung imKanton Aargau .
Die Regeneration.
1830—1848.
anz gewiß! das Riesenwerk, welches von der französischen„Nation in ihrer großen Wunderwoche vollbracht worden„ist, bleibt auf Europa nicht ohne außerordentliche Einwirkung.„Daran zweifelt niemand. Die Wirkung wird auch für uns„in der Schweiz nicht ausbleiben. — —
„Machen wir uns keinen Wind vor! Es ist kein Geheimnis,„daß an den meisten Orten das Volk im Jahr 1815 mit Unlust„empfing und mit Unlust behielt, was ihm damals, statt des„Entrissenen, im Sturm aufgedrungen wurde. Das ruhige„Schweigen, der öffentliche Gehorsam, ja, mancher Orten, die„öffentliche Demut sind sehr trügliche Zeichen der Volkszu-„friedenheit."