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Die Restauration.
(1814—1830.)
reichischen Truppen mit ihren Verbündeten den Kampfgegen Napoleons Macht auf französischem Boden fort. GegenEnde des März langten sie vor Paris an und nahmen dieStadt ein; der Kaiser dankte ab und erhielt die Insel Elba als Aufenthaltsort angewiesen. Die Sieger schlössen den Pariser Frieden, setzten die Bourbonen wieder ein und beriefen einenallgemeinen Kongreß der europäischen Staaten nach Wien , woüber die Wiederherstellung der durch Napoleon gründlich ver-änderten Staatenordnung Europas beraten werden sollte.
Die Tagsatznng bot zu dieser Zeit ein Bild kläglicher Zer-fahrenheit. Während nämlich die einen Kantone in Zürich tagten, hatten sich unter Berns Führung die andern in Luzern zusammengetan und wollten die alte Xlll-örtige Eidgenossen-schaft mit ihren Untertanenländern wieder aufrichten. DemDrucke der Alliierten fügten sie sich jedoch und schlössen sich derZüricher Tagsatzung an, suchten aber hier ihre Wünsche mitaller Kraft durchzusetzen. Zug machte ein Anrecht auf die obernFreiämter geltend und Bern erneute seine Ansprüche auf Aar gau und Waadt . Bern ließ kein Mittel unversucht: es zeigtensich an mehreren Orten bernische Agenten, welche Unter-schriften für den Anschluß an Bern sammelten, Proklamationen,die man in das aargauische Volk warf, forderten zum Abfallvon den Obrigkeiten auf; in Zofingen , wo die Anhänglichkeitan den alten Herrn stets am stärksten gewesen war, soll dasBerner Wappen an's Rathaus geheftet worden sein.
Neuerdings ging eine mächtige Bewegung durch den Kanton;man war fest entschlossen, die Selbständigkeit unter allen Um-ständen zu wahren.