unter Marschall Oudinot unterdessen an der obern Düna . Aufdem Rückwege schlössen sie sich dem Hauptheere wieder an undhalfen dessen Trümmer bei dem denkwürdigen Übergänge überdie Beresina, 25.—28. November 1812, durch ihre tapfereHaltung gegen die nachdrängende russische Übermacht retten.Manch Aargauerkind fiel dem erbarmungslosen Feinde und dergrausamen Kälte zum Opfer; zwei der aargauischen Offiziere,die der Tod verschonte, der Leutnant Bernhard Jsler vonWohlen und der Leutnant David Zimmerli von Aarburg , diebeide später zum Obersten avancierten, haben uns ergreifendeSchilderungen ihrer Erlebnisse hinterlassen. Die ungeheuernVerluste, welche dieser beispiellose Feldzug der französischen Armeezufügte, mußten mit allen Mitteln wieder ausgeglichen werden,was die Erbitterung gegen Frankreich im Volke steigerte.
Im Frühjahr 1813 stand Napoleon dank seiner Energiewieder wohlgerüstet im Herzen Deutschlands . Aber seine Feindehatten in der langen Kriegszeit auch etwas gelernt; durch diegroße Schlacht bei Leipzig , 16.—19. Oktober 1813, zwangen ihndie Verbündeten zum Rückzüge nach dem Rheine und folgtenihm alsbald in breiten Heersäulen nach.
Zunächst beschloß eine außerordentliche Tagsatzung in Zürich die Neutralität der Schweiz , wovon sie durch zwei Gesandt-schaften den feindlichen Heerführern Mitteilung machte. Die infremden Armeen fechtenden Schweizer wurden zurückberufen;merkwürdigerweise betrieb man aber die Werbung für Frank-reich weiter. Man bot eine Truppenmacht unter dem Befehledes Landammanns von Wattenwhl zur Sicherung der Neutra-lität auf und besetzte die Rheingrenze. Die Truppen standenin Stein, Rheinfelden und Basel konzentriert; an den Brückenwaren Neutralitätstafeln angebracht. Jetzt erließ der KantonAargau eine Kriegssteuer von 100,000 Franken, die sich nötigen-falls auf 300,000 Fr. steigern konnte; und schon zeigten sichunter dem Eindrucke der ersten französischen Niederlagen großeSchwierigkeiten, die französischen Werber zu befriedigen. In