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der sich solche Aufgaben noch nicht stellte, vor. Großes hatsie während der Hungerjahre 1816 und 1817 für die Not-leidenden getan, und um der Wiederkehr ähnlichen Unglückszu begegnen, wirkte sie nach Kräften für die Hebung der Land-wirtschaft und der Industrie. Sie gründete in Aaran einePflegeanstalt für arme Kinder, die zwar bald wieder einging;sie errichtete eine aargauische Witwen- und Waisenpensions-anftalt, die sich freilich auch nur bis 1854 halten konnte. Mitähnlichen Gesellschaften anderer Kantone trat sie zu einem Ver-sicherungsverein gegen Hagelschaden, ebenso zu einer Gesellschaftzu gegenseitiger Versicherung des Mobiliars gegen Brandschadenzusammen.
Durch die Gründung des bürgerlichen Lehrvereins 1819suchte sie den Vielen, denen der Besuch einer Universität un-möglich war, es zu ermöglichen, daß sie sich weiter bildenkonnten; so hoffte man sich aber auch junge Streiter für denKampf um die Volksrechte heranzuziehen. Jeder junge Mannaus dem Aargan sollte unentgeltlichen Zutritt haben. EineReihe der angesehensten Männer hatte sich zur Abhaltung vonVortrügen auf allen Gebieten des Wissenswerten anerboten.Der Lehrverein gedieh zum großen Nutzen der zahlreichen Zög-linge wie auch des Kantons während eines ganzen Dezenniums.
Durch solche gemeinnützige Werke ließen sich auch andereanfeuern, ihre Mittel in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen.1826 stifteten Oberst Johann Georg Hnnziker und Major KarlHerose von Aaran die nötigen Summen, um in Aaran eineGewerbeschule zu errichten, welche ihren Zöglingen „die un-entbehrlichen Hähern Vorkenntnisse zur gedeihlichen Betreibungbürgerlicher Gewerbe geben" sollte.
Alle die genannten Bestrebungen fanden einen tätigenFörderer an Heinrich Zschokke . Geboren 1771 zu Magde burg , hatte er nach vollendeten Studien einen Lehrstuhl an derUniversität Frankfurt a. O. kurze Zeit inne. Die Enge derAnschauungen in Preußen hatte ihn jedoch bald weggetrieben;