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Historische Festschrift für die Centenar-Feier des Kantons Aargau 1903, verfasst im Auftrage der Centenarfeierkommission : die Geschichte des Aargaus, dem aargauischen Volke erzählt / von Ernst Zschokke
Entstehung
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297
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ihrer Truppe, die ihre Fassung im ersten Feuer verloren hat,neuen Halt zu geben vermögen. Oberst Eglofs , der in seinerNähe weilende Divisionsadjutant Siegfried, der Bataillons-kommandant Häusler stellen sich vor die Abteilungen; ihrZurus ermutigt die Erschütterten, sie halten aus. MajorSchorer vom Bataillon Häusler ergreift die Fahne, pflanzt sieneben den linken Flügel des Bataillons und ruft seinen Leutenzu: Schweizer , erinnert ihr euch noch, was diese Fahne zu be-deuten hat? Und sie verstehen ihn, stellen ihre Ordnung wiederher und erneuern ihr Rottenfeuer. Jetzt läßt der Brigadiersein zweites Treffen in die Linie einrücken. Da ruft ihm Oberst-leutnant Siegfried zu: Herr Oberst, sie fönd a zügle! Und in derTat verließen die Verteidiger jetzt ihre Stellungen und wandtensich Luzern zu, dem Feinde ihre Schanzen preisgebend. Indessenhatte auch die andere Brigade zur Linken keinen leichten Stand.Oberst Ziegler führte sie zu Fuß selbst den Berg hinan übersteile und bewaldete Terrassen zum Siege, und vom linken Reuß-ufer donnerten die Kanonen der bei der Brigade Müller aus-gestellten Reserveartillerie über das Flüßtal hinweg.

Um 3 Uhr war der Kamps zu Ende, die Division rückteüber Gislikon und Root hinaus und bezog hier ein Bivouak.

Auf der andern Seite des Rooterberges hatte mittlerweiledie V. Division die Stellung bei Meherskappel ebenfalls erstürmtund war bis Udligenschwil vorgerückt. Der Feind, im ganzen68000 Mann stark mit 16 Geschützen, hatte sich tapfer ge-wehrt; es war der General Salis-Soglio selbst, der bei Gislikonbefehligt hatte. Als der Kampf entschieden war, eilte er nachLuzern zurück, seine Truppen lösten sich zum Teil aus.

Die Luzernen Regierung war bei der ersten Kunde vomunglücklichen Ausgange geflohen. Am 24. November kapituliertedie Stadt, die Division Ziegler zog ein und besetzte sie.

Mit dem Falle Luzerns war der Feldzug entschieden. Auchdie übrigen Kantone setzten den Kamps nicht mehr ernsthaftfort und einer nach dem andern erklärte sich für besiegt, zuletzt