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Historische Festschrift für die Centenar-Feier des Kantons Aargau 1903, verfasst im Auftrage der Centenarfeierkommission : die Geschichte des Aargaus, dem aargauischen Volke erzählt / von Ernst Zschokke
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325
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Zweigen ihres Berufes ausgebildet. Aber auch außerdem läßtder Staat Kurse über alle Fragen der Landwirtschaft abhalten;er unterstützt die landwirtschaftlichen Vereine, er unterstütztVersuche aus den verschiedensten Gebieten des Landbaus, erhilft die Schädlinge bekämpfen, er beteiligt sich an Versicherungengegen Hagel, Krankheit und andere Gefahren, er unterstütztBewässerungsanlagen, er prämiert gute Resultate der Viehzucht;er arbeitet jener den rationellen Landbau in höchstem Maßehindernden Zerstückelung des Grundbesitzes entgegen, indem erzweckmäßigen Umtausch vermittelt und durch Geldzuschüsse er-leichtert. Welche Bedeutung die Hilfe des Staates gewonnenhat, erkennt man Wohl am besten aus seinen Ausgaben: nochim Jahre 1879 leistete er nur 2500 Fr. Staatsbeiträge, imJahre 1901 138,900 Fr., also das 55sache. Auch durch dieGesetzgebung sucht der Staat wohltätig für die Landwirtschaftzu wirken.

Indirekte Beihilfe brachten der Landwirtschaft auch die zahl-reichen Flußkorrektionen, welche der Staat im Interesse dergesamten Landeskultur bewerkstelligt hat. Gewaltige Uferbautenverlangten besonders die Aare bei Rupperswil und Döttingen ,die Reuß von Bremgarten an auswärts, weniger umfangreichwaren die Aufgaben am Rheine und an den kleinen aargauischenFlüssen und Bächen.

Industrie und Gewerbe Habensich, wie überall, auch beiuns im 19. Jahrhundert mächtig entwickelt, und ihr Aufschwungknüpft sich an eine Reihe von Faktoren: die Gesetzgebung schütztund fördert die Industrie und gewährt ihr jede Bewegungs-freiheit; die Umwälzung in den Verkehrsmitteln bietet ihr weitgünstigere Lebensbedingungen; die Erfindungen und Entdeckungender Chemie und Physik haben ungezählte neue Industrien ge-schaffen und den Betrieb der bestehenden erleichtert, vereinfachtund verbilligt; und für unsern Kanton kommt vor allem inBetracht, daß man immer mehr daran geht, die Wasserkräftedes Landes in den Dienst der Industrie zu stellen. Freilich