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Geschichte der deutschen Literatur in der Schweiz / von Jakob Baechtold
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TaS srchszelnite Iahrbnndert.

schlcndcn Schütze». Den Schluß bildet ein Verzeichnis berühmter Schützendco jüdischen und heidnischen Altertums, sowie ein Lob der Büchsen.

Einen bedeutenden Literaturzweig des ReformationsjahrhundrrtSbilden die Satiren und Pasquille, welche sich über Gebühr inden Vordergrund drängen. In zumeist volkstümlicher Darstellung,mit derber Leidenschaftlichkeit, mit zügellosem Witz und schnrscr Satirebehandeln sie in Prosa und BcrS, als Spruch oder Dialog die großenAngelegenheiten der Zeit, vor allem die Glaubensfrage, welche damalsdie (Gemüter in einer unerhörten Weise erregte. ES war nicht genug,daß sich namentlich das ältere Drama dcö Jahrhundert« zum Trägerdieser Polemik anerboten: eine gesonderte (Gattung entstand und ver-breitete meist in knappen Flugblättern derartige Straf- und Schmäh-schriften in immer weitere Volksschichten. Gelehrte und Laien eifertenmit einander für die Sache dc« Protestantismus . Die schweizerischeBuchdruckerpresse stand fast ausschließlich im Dienste desselben, -kaumvermochten die Altgläubige» zum Worte zu kommen. Johannes Buch'slab aus Wintcrthur < 149U1ü28), Schulmeister zu Freiburg i. U.,ein leidenschaftlicher Gegner Zwinglis, des schweizerische»Hcrostratus"undEatilina", klagt au einem Orte, er habe sich unterstanden, widerdie neuen nnwahrhastigcu kehren zu schreiben, jedoch diese Schriftennirgends unterbringen können, da sämtliche Drucker unseres Landesmit jenen Irrtümern verblendet seien. Und EraSmus schreibt lb23an den Äönig von England, gebe in Basel keinen Buchdrucker, deres wage, auch nur ein Wörtlcin gegen Luther zu drucken, gegen denPapst dagegen alles Beliebige. Unaufhörlich erfolgen bis in den An-fang des achtzehnten Jahrhunderts Verbote der Regierungen gegendie Urheber und Verbreiter von derartigen Erzeugnissen, namentlichvon Parteiliedern, welche in einem TagsatzungSabschied von 1ö2UGrgcnlicdcr", auchStups , Spei- und Tratzlicdcr" genannt werden.Mit dem vorrückenden Jahrhundert wird die Entartung immer größer,die Gegenstände, um die man zankt, zusehends kleinlicher, der Ton roher.

Eine der originellsten einheimischen Satiren aus den ersten Zeitender Reformation istdie göttliche Mühle" llü21 >. Das ReichGottes sich im Bilde einer Mühle zu deuten, ist eine den Dichterngeläufige Vorstellung. Gott Vater erscheint hier als Müller, dessenBlühte nach langem Stocken wieder geht, ErasmuS, der Förderer desBibelstndiumS, als der hl. Schritt Mülicrknecht, Martin Luther aberals Bäcker, der aus dem reinen Mehl der göttlichen Wahrheit dasHimmelsbrot bäckt: Uarsihans, der Bauer, ist bereit, Luther mitDreschflegeln gegen die Pfauen zu schützen. Der Titel dieser SchriftsVerse mit einer tnrzcn mosaischen Einlciknngi lautet zwar:Diß