Buch 
Geschichte der deutschen Literatur in der Schweiz / von Jakob Baechtold
Entstehung
Seite
419
JPEG-Download
 

Das sechzehnte Jahrhundert.

419

Hand ;we» Schwyzer puren gmacht, Fürtvar st Hand eS wol be-tracht"; allein merkwürdige Ausschlüsse über die wahren Urheber der-selbe» gewinne» wir aus ciiiem Briefe ZwingliS an MyeoniuS von1r»21. Darnach rühren Idee und Plan zu derMühle" von demBogt Martin Seger ane- Maycufcld her; Zwingst selbst habe darannur so viel geändert, daß er Hott statt Luther in den Vordergrundgestellt. Die Ausführung in Versen jedoch habe er aus Mangel anZeit seinem eifrige» Anhänger, dem etwas schwerhörigen GlockengießerHans Firßst an» Remiweg in Zürich es ist der durch seine Chronikbekannte Zcugherr übertragen und ihn durch Anweijnng passenderBibclstellen unterstützt: von diesen, seien zudem noch ulunchc Zwinglieigentümliche Wendungen hineingebracht worden. DaS beigcgebencBild sei nach einem gemeinsamen Entwurf entstanden, die TitelvcrscZwnnglis Eigentum. Aus derselben Zeit lnm ll>21) datiert ein»Gedicht, so neulich ein Thnrgaucr 2kaucr Doktor MartinLuther zu bob gemacht." 6s ist mit dem vorigen verwandt undbezicht sich gegen den .Schluß hin ausdrücklich auf dasselbe, indem esbessert Inhalt tur; wiederholt. Der gelehrte Verfasser ist tpahrscheinlieh der oben (S. 41'!) als Liederdichter gcnannle Fritz Jakob vonAnwhl. Aus diesen deutet schon die Form. die knappen, doppelt gchobencn Reimpaare, die auch in seinen geistlichen biedern angewandtsind. Aus diesen denket ferner eine Stelle in seiner 1 erschienenenThnrgauer Chronik. Endlich bezeugt Cysat zum Fahre 1.'>2F, daßFritz Jakob von Anwplviel böser scktischcr bieder gedichtet habe."

erschien eine namentlich auch für die Sprachgeschichte wertvolleFlugschrift,Der gestreifte (geht auf die Tracht) Schwcizerbauer".eine Unterredung zwischen einem Predigermönch und einem belesenenBauer, welcher die deutsche Sprache als diejenige der Reformationdem psäsfijchcn balcin gegenüber verteidigt. Erst jetzt erhält die lang»erachtete Volkssprache durch die reformierte Kirche die Weihe. Auchhier verbirgt sich der unbekannte gelehrte Verfasser hinter die MaSteeines Cntlebuchcr Bauern. Fm Fahre I DF-'!, nach dem Rcligions-gkspräch zu Zürich , ließ eine Anzahl reformfrcundlicher Stadtbürgcreine wirlsame Prosasatire,daS Gcierrupfcn" (o. S. 2st-'>), gegenden bischöfliche» Vikar Johannes Faber ausgehen ldcr Titel ist einemalten Pfänderspiel entlehnt, bei dem sich alle gegen Einen vereinigen,ber als Geier in den Schwärm der Vögcl flößt). F» der um liilT»gedruckten Satire:'l'riuinpbuk ve;ritat.i8, Sieg der Wahrheit.>»it dem Schwerte des Geistes durch die Wittenbergische Mchtigallerobert", »cnut sich als Dichter Haus Heinrich Freiermnot (geborenzu Nürnberg aus dem Sand, Wol,»haft bei Znrch im Schwcizcrtand").