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G. Josephy
von den Ufern her feiner Sand und Lehm zugeführt, welche dieUndurchlässigkeit des Bodens noch verstärkten. Dann begann dieeigentliche Verlandung durch Pflanzen, die sich wohl in ähn-licher Weise vollzogen hat, wie die im folgenden beschriebeneVerlandungsreihe von Torfstich zum Callunetum. — Die natür-liche Verlandungsreihe kann nicht mehr festgestellt werden, dadas Moor durch den Abbau stark verändert ist.
Die Art des Abbaus. — Das Moor ist aufgeteilt andie umliegenden Gemeinden Ziehlschlacht, Biet, Wilen, Hub,Hagenwil, Muolen, Bäuchlisberg. Jede dieser Gemeinden betreibtden Abbau auf eigene Faust und nach eigenen Regeln. Meistensgeschieht die Ausbeute durch Korporationen. Bei der GemeindeMuolen zum Beispiel hat jedes Mitglied der Korporation 2 Ziel =1 Recht zum Ausbeuten (1 Ziel ist ein Stück von zirka 2 MeterLänge, 2 Meter Breite, in die Tiefe wird immer 4 Fuß = l - 2 Metergegraben. Die Gemeinde Ziehlschlacht steckt jedes Jahr so vielZiel aus, als Gemeindebürger sind; die Parzellen werden danndurch das Los den Bürgern zugeteilt. Wieder eine andere Art desBetriebes haben die Gemeinden Riet und Wilen, und zwar dassogenannte „Ofenrecht“. Zu jedem Ofen gehören als Stammgut3 Ziel, mit denen der Besitzer nach Belieben schalten kann. Er-wirbt man also in dieser Gemeinde ein ITaus, so kauft man zu-gleich das dazugehörige Stück des Moores.
Bis jetzt ist im Hudelmoos nur Handbetrieb eingeführt, undzwar wird der Torf mit einer geraden Schaufel gestochen. AmRande des Moores wird er „gemodelt“, das heißt, er wird zuerstmit Wasser gemengt und geknetet, dann in Formen gepreßt, ausden Formen herausgenommen und getrocknet.
Seit dem Sommer 1917 ist allerdings der Abbau viel inten-sivei- geworden. Die Hälfte der Ausbeute mußte dem Bund abge-treten werden. Es wurde entsprechend mehr gegraben, zum Teilbis auf den Untergrund, so daß auch die Möglichkeit einer Re-generation wegfällt.
Das Moor in seiner heutigen Gestalt ist alsonicht mehr ursprünglich. Seine Flora wird ernstlich gefährdetdurch die starke Ausbeute. Fast ringsum ist es von jung aufgefor-steten, einförmigen Rottannenwäldern umgeben. Innerhalb dieserWälder findet sich an den meisten Stellen ein Gürtel von jiin-