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Konstanz, Mannenbach und seine Umgebung / / beschrieben von Felix v. Blocken
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Reichenau . 5

Nun wollen wir jener Ausflüge gedenken, die man sowohlmit der Eisenbahn und dem Dampfbote machen kann.

"Wir werden den Beigen mit

Reichenau

beginnen, das in 20 Minuten von Mannenbach per Kahn zu er-reichen ist.

Noch im 9. und Anfangs des 10. Jahrhunderts heisst diesesEiland in Urkunden Sintleozes Augia in pago Unterin Se. (a. 816);Sintilleozas Awa (a. 903), von dem Mannsnamen Sintleoz undSintillers, dessen Frau mit den von Wolfleos (woraus die Lateiner"Wolfoleus machten) Name des auf Egiao i. J. 1813 erwähltenBischofs in Konstanz , der aus einem edlen Gesehlechte des Linz-gaus abstammte; und allem Anscheine nach ist in der Folge derName Richenovevon der Natur des Bodens hergenommen worden,wie der Insel gegenüber bei Pfin und wieder bei Klingenbergzwei Hungerbüchel erscheinen, d. h. arm und wenig fruchtbareAnhöhen; denn dass die Insel ihren Namen wegen des Reichthumsihres Klosters empfangen habe, ist eine Mähre, weil die Benenn-ung dem Reichthum vorangeeilt war. Auch als Volkserdichtungmuss es gelten, wenn der gemeine Mann heute noch erzählt, dassder Abt von Reichenau , wenn er nach Rom ritt, jede Nacht aufeinem seiner Landgüter habe herbergen können.

Sintilleross war Besitzer von Sandegg ober Nortenberg oderArenaberg im Thurgau und ohne Zweifel auch von der Insel in Unter­ see , die seinen Namen trug, weshalb er seinem Freunde, demGlaubensboten Pirminius , den er auf seiner Reise nach Rom inItalien kennen gelernt und zu sich in das Thurgau eingeladenhatte, im Jahre 725 einen Strich des gedachten Eilandes überliess,damit derselbe mit Erlaubniss Karl Martells ein Bethaus und