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Konstanz, Mannenbach und seine Umgebung / / beschrieben von Felix v. Blocken
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''"Merrlich ist die Mutier Erde, wenn sie sich aufs Neue schmückt,

« Wenn die Flur im Blüthenkranze unser Herz und Aug erquickt.Aus der dumpfen Luft der Städte eilt der Wanderer gern hinaus,

Lässt die Sorgen und den Kummer, die ihn drücken, gern zu Haus.

0 wie da die Brust sich weitet und man gierig Zug für ZugFrühlingslüfte, Blumendüfte athmet, und doch nie genug.

Wenn statt rauchgeschwärzten Mauern unser Aug den Frühling schaut,Und aus Wäldern und aus Büschen tönt der Vögel Jubellaut.

Ermatingen , aller Boden, zu dir zieht es mich hinaus,

Wo vor altersgrauen Zeiten stand im See manch Pfahlbauhaus.

Und von »Seefeld « schweift mein Auge in den weiten, weiten Raum,Labt sich an den fernen Bildern, und fasst doch die nächsten kaum.

Des Untersees Spiegelfläche schaue ich so klar und rein,

Auf dem ganzen Landschaftsbilde ruht der hellste Sonnenschein.Radolfszell seh ich dort liegen, und das schöne Reichenau ,Hohenhöwen, Hohenkrähen, Hohentwiel im dunklen Blau.

Salenstein auf hohen Felsen, Arenaberg in ganzer Pracht,

Welchem von bedrängten Armen immer noch wird gern gedacht.

Eng verbunden mit den Zeiten, wo viel Gutes dort geschah,

Ist ein Bild in Aller Herzen: Königin Hortensia.

Wolfsberg , Hard, das schöne Schlösschen, doch was zähl' ich weiter mehr,Alle Schönheit zu beschreiben, wird dem grössten Dichter schwer.

Es läuten schön die Abendglocken her vom Land und überm See,Dunkler werden schon die Berge, Dämmer deckt die ferne Höh.

Fried und Ruhe sinkt hernieder, leicht beschwinget naht die Nacht,Und viel tausend Sterne schauen nieder auf der Erde Pracht,Zauberbild voll Glanz und Farben, wer nur einmal dich gesehn,

Dem wirst du das ganze Leben vor dem Geistesauge stehn.