Buch 
Dr. Adolf Wartenweiler, Romanshorn : : ein Lebensbild, nach eigenen Aufzeichnungen
Entstehung
Seite
68
JPEG-Download
 

68

deren vier, dann zur Abwechslung wieder zwei odereiner, manchmal auch gar keiner, aber im ganzenentwickelte sich meine Praxis, trotzdem der frühereArzt von Neukirch seinen Assistenten noch dreimalwöchentlich nach dem kleinen Dörfchen hinausschickte,recht ordentlich.

Dann begann die militärische Laufbahn. Da wurdeman ohne weitere Umstände in die schöne, kornblumen-blaue Uniform gesteckt (o Mörsburg , mit deinem idyll-ischen Zauber!) und als Lieutenant zum Sanitätskursnach Luzern kommandiert, für drei Wochen. DieserKurs war im Grunde nicht viel anderes als eine neueAuflage wiedererwachenden Studentenlebens unter etwasanderen Umständen. Da traf man alte Freunde, mitdenen man seiner Zeit da und dort studiert hatte, undlernte neue kennen. Es herrschte natürlich militärischeOrdnung, und die Theorien von morgens halb fünf bissieben Uhr sind wohl allen Teilnehmern noch in mehrals zweifelhaftem Andenken. Dann mußten wir aus-wendig lernen, was die verschiedenen Fourgons alterund neuer Ordonnanz enthielten, wie viele Teppiche,Leintücher usw. Es wurden auch praktische Uebungenvorgenommen in der Einrichtung von Ambulanzen. DasAngenehmste an der ganzen Geschichte waren die zweiStunden Reitunterricht täglich, mit dem Ausritt nachRotzloch. Wie ich da auf demSilvan" meine Schenkelzerschunden, braucht nicht schriftlich fixiert zu werden.Eine erwünschte Unterbrechung bildete ein eintägigerUrlaub zum Besuche des eidgenössischen Schützenfestesin Zug. Zum Schlüsse kam noch der Oberfeldarzt, den