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Abhandlungen der schwedischen Aerzte, oder, Sammlung seltener Beobachtungen und Fälle, aus allen Theilen der Medicin / aus dem Lateinischen übersetzt von Joh. Jakob Römer
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53
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wovon sie zweymal der Wochen/ nemlich alle Mon-tage und Donnerstage zwey Fingerhüte (öiZirabuia)voll mit Molken/ und vergoldten Spießglasschwefeldes dritten Niederschlags mit Weinsteinrahm vermischt,wovon ste alle Dienstage und Samstage von einembis zu drey Granen nehmen mußte. Man gab mirden ?o. Herbstmonat 1747. folgenden Bericht von derWirkung dieses Pulvers. Die Kranke wurde von demersten Laxierpulver das ste einnahm, mittelmäßig ab-geführt, hernach aber so schwach daß sie sich kaum re-gen konnte. Nachher aber vertrug sie die Arzneyensehr gut, bekam auch von dem Goldschwefel kein Er-brechen ; die Geschwulst nahm je langer je mehr ab,und die Zuckungen blieben aus; es entstanden untenan den Füssen mehrere kleine Blasen, die eine seröseFeuchtigkeit ergossen. Die Kranke ward wieder gänz-lich gesund, ausser daß ihr noch zuweilen gegen Abenddie Füsse geschwollen werden, und daß sie bey bevor-stehenden Ungewittern Krämpfe und ein Kneipen unterden Augen verspührt. Diese Ueberbleibsel waren zuAnfang des Jahres 1748. noch nicht verschwunden,und es hatten sich auch noch keine Spuhren vom Mo-natfluß gezeiget.

Beurtheilung.

Die Natur dieser Krankheit ist allerdings zwey-deutig, indem es scheint man könne die Ursache da-von eben so sehr dem Ausbleiben der monatlichen Rei-nigung, als aber einer besondern epidemischen Ur-sache beymessen. Denn wie oft gewahret man nichtbey dergleichen Personen, bey welchen das Monatliche

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