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Abhandlungen der schwedischen Aerzte, oder, Sammlung seltener Beobachtungen und Fälle, aus allen Theilen der Medicin / aus dem Lateinischen übersetzt von Joh. Jakob Römer
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Trunkenheit, als Zufalle, Sey beyden Krankheitenantrift.

Was die Kennzeichen dieser Krankheit anbelangt,so hab ich zwar dieselbe von Nummer bis 20 derGeschichte der Krankheit schon angezeigt. Da manaber einige derselben bey allen Kranken antrift, unddieses also unveränderliche Merkmale find, da manHingegen einige nur bey den meisten, und noch anderenur bey den wenigsten Kranken beobachtete, so halteich es der Mühe werth zu seyn, jedes derfelbigen be-sonders zu durchgehen.

Alle Kranken hatten eine Empfindung, als wennihnen Ameisen über den ganzen Körper hinliefen ( bor-wicÄtio). Alle wurden von Zuckungen, oder wenig-stens von Krämpfen in den Gliedmassen, die im An-sang gelind waren, uach und nach aber immer stär-ker wurdeu, geplagt: Daher schrieb sich auch der hef-tige Schmerz, der gewöhnlich zugleich da war, unddie nachher erfolgende etwelche Steifiqkeit in denGliedern. Diese Uebel befielen die Kranken in unbe-stimmten Zwischenräumen und es ward daneben ent-weder gar keines, oder ein sehr unordentliches Fie-ber beobachtet. Auch war fast allemal ein dem Kran-ken sehr beschwerlicher, allzustarker Appetit, und wie-dernatürlicher Hunger vorhanden, und die Krankensahen sich gezwungen wenigstens während des Anfallsdas Bett zu hüten. Diese Merkmale und das epide-mische graßieren der Krankheit machten vorzüglichdie pathognomische Unterscheidungs - Kennzeichen der-selbigen aus.

Anbey bekamen die Kranken manchmal im An-fang, mehr aber im weiteren Fortgang der Krank-heit , öfters Eckel und Erbrechen. Sie hatten einen