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Abhandlungen der schwedischen Aerzte, oder, Sammlung seltener Beobachtungen und Fälle, aus allen Theilen der Medicin / aus dem Lateinischen übersetzt von Joh. Jakob Römer
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Wetteränderungen und des Nachts die arme Krankeganz entsetzlich, und man konnte wegen der starkenGeschwulst weder die Kniescheibe noch die Bernknöpfeauf irgend eine Weise unterscheiden. Die Geschwulstwar mit der Haut gleich farbigt, allenthalben gleich-fest, ihre Oberfläche eben und glatt , und sie hatteeine Federkraft derjenigen ähnlich, die man oft beyGliedschwämmeu wahrnimmt. Der Arzt glaubte nunwirklich auch, nachdem er sowohl die vorhergegange-nen Zufälle, als auch die jetzigen Umstände in Er-wägung gezogen, die Krankheit seye ein einfacherGliedschwamm der das ganze Gelenk überzogen hätte,-bschon ihm keines derjenigen Mittel, die er sonstin dieser Krankheit mit Nutzen angewandt, dienenwollte. Ich nenne ihn einen einfachen Gliedschwamm;denn man konnte keinen Beinauswuchs, und auch in-wendig keine Ansammlung von Gewässer oder Jaucheentdecken.

Da nun so die Sache immer schlimmer wurde,und die Kranke nicht mehr aus dem Bette aufstehenkonnte, so wurde die Geschwulst welche bisher nuram Gelenk gesessen hatte, ganz unerwartet im Jen-nev 1779. einsmals gegen den Oberschenkel hinaufzwey Handbreit grösser. Man konnte jezt deutlich füh-len, daß die Geschwulst vom Knochen herkomme,und daß obschon ste mit der erstern gänzlich zusammen-hienge und eben so fest wäre als dieselbe, sie doch un-ter den Muskeln befindlich seye. Da wo die Ge-schwulst nach oben zu allmälig sich in den Knochenverlohr, hatte das Hüftbein so viel von seiner Kno-chenhärte verlohren,.daß als die Kranke in einem Fs-dernbett, und nicht mehr auf einer Matratze liegenwollte, und also ihr ungeheuer dickes Bein nichtF 5 mehr