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Abhandlungen der schwedischen Aerzte, oder, Sammlung seltener Beobachtungen und Fälle, aus allen Theilen der Medicin / aus dem Lateinischen übersetzt von Joh. Jakob Römer
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106
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IS6

und diese Krankheit ist, wie ich unten weittäuftigeezeigen werde, sehr nahe mit den Steinbeschwerdenverwandt.

ii. Glaube ich auch, das werde mir heut zu Tageniemand läugnen wollen, daß das Podagra durch An-steckung weiter verbreitet werden könne, welches ichunter anderm auch mit folgendem Beyspiele beweisenkann. Ich kannte einen Mann, der seiner mäßigenLebensart ungeachtet, und ob er gleich eine ganz ge-gen diese Krankheit gerichtete Diät führte, auch vonfeinen Eltern (welche Vauernarbeit verrichteten; undbey unsern Bauern ist Gicht und Podagra bisher nocheine unbekannte Krankheit geblieben) nicht die geringsteAnlage dazu ererbt hatte , dennoch ziemlich lange auder Gicht danieder lag, die er von seinem Herren, ei-nem vornehmen Ofßcier, der bis an seinen Tod damitgeplaget gewesen, bekommen hatte. Als dieser Herr ein-mal einen Anfall von der Krankheit bekommen, so ließer sich durch ihn ein Paar neue Castorhaarene Strümpfeanziehen, konnte aber dieselben vor Schmerzen nichtlänger als zwo Stunden, am Fusse ausstehen, er ließsie sich also wieder ausziehen und verehrte selbige seinemKammerdiener, welcher ste sobald er aus dem Schlaf-zimmer kam sich anprobte, aber seine unzeitige Neu-gierde mit vierjährigen podagrischen Schmerzen büssenmußte. Es ist auch eine sehr bekannte Sache, daßHunde, die man auf die Füsse eines am Podagra kran-ken legt, selbst das Podagra bekommen.

Ferners können wir die mehr leckere Diät und diesitzende Lebensart der Kranken mit Recht auch unterdie vorbereitenden Ursachen der Krankheit zählen. Dießalles zusamengenommen, wer wird sich da noch überdie Gicht- und Steinbeschwerden wundern, die von s».

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