Buch 
Abhandlungen der schwedischen Aerzte, oder, Sammlung seltener Beobachtungen und Fälle, aus allen Theilen der Medicin / aus dem Lateinischen übersetzt von Joh. Jakob Römer
Entstehung
Seite
111
JPEG-Download
 

gar nicht so nahe sey, und als ich auf den AusgangÄchtung gab/ so sah ich auch wirklich daß die vorhinnur eingeschläferten Zufälle auf den Abend , nun wie-der mit aller Heftigkeit ausbrachen. Von neuem be-fielen den Kranken die Schmerzen in der Seite, das- Kopfweh, das schwere Athemholen und das Fieber.

° Der Kranke verlohr zwar einige Unzen eines wederschwarzen noch pechartigen Geblüts durch ein Nasen-bluten, aber ohne die geringste Erleichterung, so daß^ er darauf wirklich phantasierte, wie ein rasender vomBett aufsprang und viel albernes schwatzte. Jeztwurde er ohnmächtig ; man legte ihn wieder ins Bett,wo er zwey Stunden lang sehr schwach da lag. End-lich kam er wieder zu sich selbst.

Als man mir am siebenten Tag dieses erzähl-te, so gab es zuerst meiner Hofnung zur Genesungdes Kranken einen gewaltigen Stoß, besonders dajder Kranke jezo noch schwach und unruhig war, und'der Rücken der Zunge, und hie und da auch die Lip-,pen schwarz aussahen. Und doch zeigte der Puls eherbaldige Genesung als Verschlimmerung an, denndie--ser Lebens-Verkündiger war weich, gleich und leicht-fliessend. Ich faßte deßnahen Hofnung, daß dieKrankheit bald durch einen reichlichen Schweiß sichentscheiden werde. Auch hofte ich nicht vergebens.Denn des Nachmittags schwitzte er am ganzen Kör-per, da ich ihm alsdenn rieth, durch etwaniges Trin-ken lauer Milch den Schweiß zu unterhalten, weilich sicher wußte, daß Schweißtreibende Mittel jeztpar nicht für meinen Kranken taugten.

Die Nacht des achten Tages war ruhig. Nochschwitzte der Kranke: sein Aussehen wurde lebhafter,sein Gemüth ruhiger: er warf wenig aber gekochte

Ma«