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und zwar mit glücklicherem Erfolg, so daß mau jeztzchen Unzen Blut wegließ. Wahrend dem das Blutstoß, rieh ich die schmerzhafte Seite gelind, undbefahl dem Kranken zu wiederholten malen tiefAthem zu holen und ein wenig zu husten, damit dasin dem entzündeten Ort stockende Blut desto bestermöchte zertheilt werden» Das weggelassene Blutgerann augenblicklich/ zeigte aber keine Entzündnngs-haut. Gegen Abend gieng ich wieder zum Kranken,der nun viel freyer Athem schöpfen konnte, und vondem ich mit Freuden vernahm / daß der Seitenschmerzseinen Sitz verändert und sich gegen das Schultenhlatt hinauf gezogen. Er sagte mir noch / daß er jeztein klopfen im Kopf verspühre, und daß es ihn balddauchte / als ob die Gegenstände die er sähein derHöhe schwebten / bald als ob selbige durch einen Ne-bel verdunkelt würden. Ein Schweiß / welcher jeztdie ganze Haut befeuchtete/ machte mir Hofnung,daß der durch Schmerzen abgemattete Körper / nundurch einen sauften Schlaf erquickt werden möchte -und diese Hofnung ward auch nicht getäuscht.
Am fünfter; Tag schien zwar die Krankheit denArzneyen weichen zu wollen/ aber gegen Abend wurdedas Fieber verstärkt/ und mit dem Fieber auch derSchmerz in der Seite heftiger. Er wurde aber nachwiederholter Auflegung der Säckgen / und nachdemder Kranke ein Campherpulver genommen/ wiederviel gelinder. Heut war der Urin das erste ma!trüb.
Den sechsten Tag glaubte sich der Kranke ge-borgen. Sein ganzer Leib triefte von Schweiß, under hatte wenig/ aber guten Auswurf. Aber der schortwieder dünne Urin zeigte mir/ daß die Heilung noch
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